Politik : Währungswechsel: Be-Währung: Als die Mark in die DDR kam

Ab 1. Juli 1990 galt die D-Mark in der DDR. Vor der Einführung schwankten die Menschen im Osten Deutschlands zwischen Euphorie und Ängsten vor dem, was da kommen sollte. Die Wirtschafts- und Währungsunion war schließlich ein kühner Sprung. Doch der war gut vorbereitet. Das mit Sekt und Feuerwerk gefeierte Jahrhundertereignis war zugleich eine logistische Meisterleistung. Die 21 000 Mitarbeiter in den rund 3000 Geschäftsstellen der DDR-Sparkassen arbeiteten wochenlang in hektischen Sonderschichten, um seit Mitte Juni die 16 Millionen Anträge zur Umstellung der Konten auf D-Mark anzunehmen und Auszahlungsquittungen für Bargeld auszustellen. Mehr als 15 000 zusätzliche Helfer fütterten am 1. und 2. Juli auch an den mehr als 10 000 Sonderauszahlstellen die langen Schlangen mit D-Mark.

In Lkw-Kolonnen waren bie tief in die Nacht hinein in Säcken die Banknoten von West nach Ost gebracht worden - im ersten Schub 8,5 Milliarden DM. Die schon freitags zuvor leer gefegten Regale in den Warenhäusern und Kaufhallen - wegen der Hamsterkäufe und der Unlust der Produzenten, Waren noch gegen DDR-Mark zu liefern - wurden von den Handelsketten am Sonnabend und Sonntag auf Biegen und Brechen aufgefüllt.

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