Politik : Währungswechsel: Bundeswehreinsatz nicht ohne Grundgesetzänderung (Kommentar)

krö

Die Forderung ist nicht neu. Als er noch Fraktionschef der regierenden CDU/CSU im Bundestag war, hat Wolfgang Schäuble sie erhoben: Die Bundeswehr soll nicht nur für die äußere, sondern auch für die innere Sicherheit zuständig sein. Als Begründung raunte er "Staatsterrorismus". Insofern reiht sich der Banken-Verband in eine Tradition ein. Neu ist, dass es nicht um ominöse potenzielle Raketenattentate aufs Kanzleramt geht, sondern um gewöhnlichen Bankraub. Denn darum handelte es sich, wenn einschlägig trainierte Facharbeiter anlässlich der Einführung des Euro versuchten, ihrem illegalen Gewerbe nachzugehen. Für Krimi-Fans ein grandioses Szenario. Europaweit Milliarden potenzieller Beute - die Gentlemen, die einst einen britischen Postzug zur Kasse baten, wären zu Taschendieben degradiert. Aber Pardon, liebe Banker, dafür ist die Polizei zuständig. Notfalls der Bundesgrenzschutz. Oder jene privaten Sicherheitsunternehmen, die Sie ohnehin beschäftigen. Zu teuer? Auch der Verteidigungsminister braucht Geld. Aber mehr als Fahrzeuge oder Schutzraum dürfte er sowieso nicht zur Verfügung stellen. So steht es im Grundgesetz. Die Einführung des Euro ist keine Naturkatastrophe - wie das Hochwasser an der Oder. Das könnte übrigens ein ungewollter Nebeneffekt der Kampagne sein: Im Zusammenhang mit dem Euro werden Ängste geschürt statt zerstreut.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben