WAFFENLOBBY : WAFFENLOBBY

Die National Rifle Association (NRA) ist eine der einflussreichsten Lobbygruppen in den USA. Ihr Ziel ist es, den zweiten Verfassungszusatz zu verteidigen. Trotz der zweideutigen Wortwahl interpretieren Gerichte ihn als das Recht jedes Bürgers, eine Waffe zu tragen. Die NRA bekämpft nahezu alle Sicherheitsauflagen, zum Beispiel die Identitätsprüfung beim Waffenkauf oder das vielerorts gültige Gebot, Waffen nur an verschlossenem Ort aufzubewahren und Munition getrennt zu lagern. 45 Prozent der Amerikaner haben nach eigenen Angaben mindestens eine Waffe zu Hause. 69 Prozent haben schon mal geschossen. Vor dem Massaker sagten 50 Prozent, sie seien mit dem Waffenrecht zufrieden und wünschten keine Änderungen. Die Befürworter einer schärferen Kontrolle führen das auf die effektive Propaganda der NRA zurück, die jede Sicherheitsauflage als Verstoß gegen die Grundrechte darstelle. Vor jeder Wahl bewertet die NRA die Kandidaten danach, wie viel Prozent der NRA- Forderungen sie unterstützen, und ruft dann entweder zu deren Wahl auf oder rät davon ab. Zu ihren Strategien gehört es, die Kompetenz für die Regelung des Waffenrechts in die einzelnen Staaten zu verlagern, um einschränkende Gesetze auf Bundesebene, die dann für das ganze Land gelten, zu verhindern. In republikanisch beherrschten Staaten erreicht sie dann weichere Regeln, mit denen sie die schärferen Auflagen in manchen demokratisch dominierten Staaten unterlaufen kann. In Connecticut, dem Staat des Massakers, gilt zum Beispiel ein Verbot des Verkaufs von Schnellfeuergewehren an Privatleute. Doch da man diese in anderen Staaten legal erwerben kann, ist es weitgehend wirkungslos. cvm

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