Waffenruhe in der Ukraine : Probleme beim Einsatz deutscher Drohnen

Auch deutsche Aufklärungsdrohnen sollen die Waffenruhe im Osten der Ukraine überwachen. Doch der Einsatz der "Luna" wird ausgebremst - klimatisch wie politisch.

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Bei eisigen Temperaturen nur bedingt einsatzbereit: die Drohne "Luna".
Bei eisigen Temperaturen nur bedingt einsatzbereit: die Drohne "Luna".Foto: AFP

Jens Flosdorff kann schon mal sarkastisch sein. Und am Freitag fand es der Sprecher von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an der Zeit. Die "Bild"-Zeitung hatte die vermeintlich nächste Pleite bei der Bundeswehr vermeldet: Die "Luna"-Aufklärungsdrohnen, die die Bundeswehr zur Überwachung der Waffenruhe in der Ukraine angeboten hat, funktioniere nur bis minus 19 Grad und sei damit im Winter nicht einsetzbar. Stimmt so weit ungefähr, sagt Flosdorff, nur: "Das ist keine Panne, das ist Physik."

Man muss dazu wissen, dass "Luna" – zweieinhalb Meter lang, gut vier Meter Spannweite, knapp 40 Kilo schwer – eine Art aufgemotztes Modellflugzeug ist. Per Katapult gestartet, liefert "Luna" aus bis zu fünf Kilometern Flughöhe Bilder in Echtzeit. Der Hersteller EMT im bayerischen Penzberg wirbt auf seiner Webseite sogar mit einem winterlichen Gebirgsfoto für das Gerät.

Bewaffnet oder unbewaffnet?

Aber es gibt Grenzen: Bei sehr niedrigen Temperaturen in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit kann die Drohne vereisen und abstürzen. Deshalb muss sie an sehr kalten, feuchten Tagen am Boden bleiben. Das habe sie, sagt Flosdorff, mit den Aufklärungsdrohnen der französischen Partner gemein, die der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zur Überwachung der russisch-ukrainischen Grenzregion angeboten worden sind. Ohnehin wird der Drohneneinsatz nicht vom – in der Ukraine übrigens keineswegs sibirischen – Klima ausgebremst, sondern von politischen Widerständen.

Die OSZE besteht bisher darauf, dass ihre Waffenstillstandsbeobachter unbewaffnet auftreten; Deutschland und Frankreich bestehen auf bewaffnetem Eigenschutz. Vor allem aber fehlte das Einverständnis derjenigen, die da aus der Luft beobachtet werden sollen. "Wir wollen helfen, aber wir können das letztlich nicht gegen den Willen der Beteiligten tun", sagt der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer. So lange von dort die Drohung komme: "Wenn da so’n Ding fliegt, holen wir die gleich runter" seien andere Debatten müßig.

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