Waffenruhe in Uganda : Hoffnung auf Frieden

Nach fast zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg haben sich Regierung und Rebellen in Uganda auf eine Waffenruhe geeinigt. Die Widerstandskämpfer der "Lord's Resistance Army" und die Regierung unterzeichneten im Sudan einen Waffenstillstand.

Juba - Der Waffenstillstand soll ab Dienstagmorgen gelten. Der ugandische Innenminister Ruhakana Rugunda sprach von einer "freundschaftlichen und positiven Lösung", Die Vereinten Nationen stufen den seit 18 Jahren anhaltenden Bürgerkrieg als eine der schlimmsten humanitären Krisen der Gegenwart ein.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die LRA-Rebellen ihre Verstecke im südlichen Sudan, im Osten des Kongo und im nördlichen Uganda verlassen und sich in zwei Lagern unter neutraler Aufsicht sammeln. Die ugandische Regierung garantiert, dass die Kämpfer ungehindert dorthin kommen. Der ugandische Innenminister und der Leiter der LRA-Delegation, Martin Ojur, unterzeichneten das Abkommen.

Der ugandische Regierungssprecher Robert Kabushenga sagte, das Abkommen sei "ein bedeutsamer Fortschritt". Er sprach von einem "wichtigen Durchbruch auf der Suche nach Frieden". Chefvermittler Riek Machar, der stellvertretende Präsident des südlichen Sudan, rief beide Seiten auf, das Abkommen zu achten. "Wir wissen alle, welche Schritte zu tun sind und was am Dienstag um sechs Uhr geschehen muss."

Zehntausende Tote, Millionen Flüchtlinge

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte im Oktober Haftbefehle gegen fünf LRA-Chefs erlassen, darunter gegen Rebellenchef Joseph Kony. Die UNO und weitere internationale Organisationen stufen den Bürgerkrieg in Uganda als eine der schlimmsten humanitären Krisen der Gegenwart ein. Zehntausende Menschen kamen seit Beginn der LRA-Angriffe 1988 ums Leben, rund zwei Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land.

Mit grausamen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung verbreitete die Rebellengruppe Angst und Schrecken. Zu ihren Methoden zählten Verstümmelungen und die Entführung von Kindern. Nach internationalen Schätzungen verschleppte die Gruppe 25.000 Kinder: Mädchen wurden als Sexsklavinnen für die Kämpfer missbraucht, Jungen wurden zwangsweise zu Kindersoldaten gemacht. (tso/AFP)

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