Waffenruhe : Israel lockert Blockade des Gazastreifens

Bewohner berichteten, sie hätten ihr Land in der Nähe des Sicherheitszauns betreten dürfen. Schulen im Autonomiegebiet werden wieder geöffnet.

Mädchen im Gazastreifen betrachten ihre zerstörte Schule.
Mädchen im Gazastreifen betrachten ihre zerstörte Schule.Foto: Reuters

Israel hat nach Angaben von Bewohnern des Gazastreifens die Blockade des Autonomiegebiets am Samstag gelockert. Bewohner berichteten, sie hätten ihr Land in der Nähe des Sicherheitszauns betreten dürfen. Fischer konnten weiter aufs Meer hinaus fahren als bisher. Die Lockerung der Blockade ist Teil der zwischen der Hamas und Israel vereinbarten Waffenruhe, die am Mittwoch in Kraft trat.

Bis zum Beginn der neuerlichen Gewalt am 14. November erhielt der Gazastreifen seine Waren über ein israelisches Frachtterminal.

Israel untersagte nach Ausbruch der Kampfhandlungen praktisch alle Exporte und Ausreisen aus dem Gazastreifen. Nun konnten Fischer am Samstag sechs Seemeilen weit hinausfahren, doppelt so weit wie bisher, wie der Vorsitzende des Fischereiverbands, Mahfus Kabariti, erklärte.

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Einige Bewohner von Gaza berichteten zudem, sie hätten die von Israel durchgesetzte Pufferzone am Grenzzaun betreten können. Andere sagten, die Polizei der Hamas habe sie daran gehindert, sich dem Zaun zu nähern, der das Territorium von Israel trennt.

Die Waffenruhe ist nach den Worten des palästinensischen Vertreters bei den Vereinten Nationen „extrem brüchig“. Grund seien israelische Verstöße gegen die Feuerpause, heißt es in einem Brief von Rijad Mansur an den UN-Sicherheitsrat. Israelische Streitkräfte hatten am Freitag einen 21-Jährigen erschossen. 19 weitere Palästinenser seien im Grenzgebiet verletzt worden.

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Nach den Kämpfen im Gazastreifen gingen palästinensische Schüler am Samstag erstmals wieder zum Unterricht. Die Schulen hätten geöffnet, teilte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA in Gaza, Adnan Abu Hasna, mit. Etwa die Hälfte der 1,6 Millionen Bewohner des Gazastreifens sind Kinder.

Schüler an 245 von den UN betriebenen Schulen hätten am ersten Tag über ihre Erlebnisse während der acht Tag andauernden Gewalt Streitkräften berichtet, sagte Hasna weiter. Ein Elfjähriger erzählte in Gaza, er habe gesehen, wie ein Auto von einer Rakete getroffen und in Flammen aufgegangen sei. Er habe immer noch Angst und könne schlecht schlafen.

Nach Angaben des palästinensischen Zentrums für Menschenrechte kamen bei den Kämpfen 166 Palästinenser ums Leben, darunter 34 Kinder und Jugendliche. Die meisten der mehr als 1.000 Verwundeten seien Zivilisten. Israel flog etwa 1.500 Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen, während militante Gruppen Raketen auf Israel abfeuerten, die sechs Israelis töteten. (dapd)

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