• Waffenruhe: Sowohl Äthiopien als auch Eritrea feiern den Friedensplan als militärischen Erfolg

Politik : Waffenruhe: Sowohl Äthiopien als auch Eritrea feiern den Friedensplan als militärischen Erfolg

Nach der Annahme des Friedensplanes der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) haben Äthiopien und Eritrea am Donnerstag offenbar ihre Kämpfe eingestellt. Von keiner Front wurden Gefechte gemeldet. Beide Staaten feierten den internationalen Friedensplan als Ergebnis ihrer militärischen Erfolge. Äthiopien erklärte, der Plan entspreche den Zielen des Landes. Die Armee habe einen glänzenden Sieg errungen. Sie habe äthiopisches Gebiet von den Aggressoren befreit und die Kampffähigkeit der eritreischen Armee verringert. Eritrea erklärte hingegen, Äthiopien habe dem Plan schließlich erst nach schweren militärischen Niederlagen zugestimmt.

Äthiopiens Ministerpräsident Meles Zenawi erklärte am Vortag, der von der OAU vorgelegte Plan sei annehmbar und vom Kabinett in Addis Abeba gebilligt worden. Der 15 Punkte umfassende Plan sieht zur Beilegung des Grenzstreits vor, dass sich die äthiopischen Soldaten auf die Vorkriegspositionen zurückziehen. Zwischen beiden Staaten soll eine 25 Kilometer breite Pufferzone auf eritreischem Territorium eingerichtet und durch eine Friedenstruppe Vereinten Nationen überwacht werden. Spezialisten sollen nach der Truppenentflechtung den Grenzverlauf klären.

Algerien, das die Vermittlungsbemühungen der Organisation der Afrikanischen Einheit leitet, hat die Konfliktparteien bis zum kommenden Wochenende zur Unterzeichnung einer Waffenruhe-Vereinbarung in die algerische Hauptstadt eingeladen. Nach Angaben Eritreas soll die Unterzeichnung am Sonntag stattfinden. Dazu werden auch der Sondergesandte der Vereinigten Staaten, Anthony Lake, und der Sonderbeauftragte der Europäischen Union, Rino Serri erwartet.

Äthiopien und Eritrea, die beide zu den ärmsten Ländern der Welt gehören, kämpfen seit Mai 1998 um einen tausend Kilometer langen Grenzstreifen. Seither starben mehrere zehntausend Soldaten. Hunderttausende Menschen wurden in die Flucht getrieben. Nach einer monatelangen Feuerpause kam es Mitte Mai dieses Jahres zu neuen bewaffneten Auseinandersetzungen. Äthiopische Truppen drangen in einer Großoffensive weit auf eritreisches Staatsgebiet vor. Noch am Mittwoch hatten äthiopische Truppen die Stadt Teseney im Westen Eritreas zurückerobert.

Unterdessen traf die Generaldirektorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Carol Bellamy, in Äthiopien ein, um sich ein Bild von der Krisenregion zu machen. Die Reise soll die Unicef-Repräsentantin durch insgesamt fünf afrikanische Staaten führen, die alle unter den Folgen von Krieg und Dürre zu leiden haben.

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