Politik : Waffenstillstand mit Rebellen in Pakistan

Islamabad - Nach heftigen Kämpfen mit fast 100 Toten im Norden Pakistans haben die Armee und die Miliz des radikalislamischen Geistlichen Maulana Fazalullah einen Waffenstillstand vereinbart. Der Polizeichef der Nordwest-Grenzprovinz, Mohammad Sharif Virk, sagte, beide Seiten hätten sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. „Die Feuergefechte zwischen ihnen haben aufgehört.“ Er sei sich aber nicht sicher, wie lange die Waffenruhe anhalten werde. Nach Angaben der Armee wurden bis zu 60 Extremisten allein am Sonntag getötet. Die Kämpfe waren am Sonntag nach einer kurzen Pause wieder aufgeflammt, nachdem Soldaten von Anhängern Fazalullahs beschossen worden waren.

Die Regierung hatte am vergangenen Mittwoch 2500 Soldaten gegen Fazalullah im Swat-Tal in Stellung gebracht. Am Tag darauf riss ein Selbstmordattentäter neunzehn Soldaten und sechs Zivilisten mit in den Tod. Fazalullah hat zum Heiligen Krieg (Dschihad) gegen die Regierung aufgerufen. Er will in Swat eine talibanähnliche Herrschaft einführen und soll mehr als 5000 bewaffnete Anhänger haben. Sie werden verdächtigt, für viele Anschläge auf Sicherheitskräfte verantwortlich zu sein. Der 32-Jährige führt die verbotene Gruppe Tehrik-i-Nifaz-e-Shariat-e-Mohammadi (Bewegung für die Durchsetzung islamischen Rechts) an. Bereits am Freitag und Samstag waren 15 Menschen bei den Gefechten getötet worden, die meisten davon Soldaten. Ein Sprecher der Extremisten sagte, die Regierung habe die Aufständischen wegen des Waffenstillstands kontaktiert. Die Rebellen hätten zugestimmt. Nun würden beide Seiten „die Leichen austauschen und ihre Verletzten in die Krankenhäuser bringen“. Nach Berichten eines pakistanischen Fernsehsenders hatten die Aufständischen sechs Menschen entführt und enthauptet, denen sie Spionage für die Armee vorwarfen. dpa

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