Wahl : Gesucht: Staatspräsident für Tschechien

Hier geht es schneller als in den USA: Bis heute Nacht soll in Tschechien ein neuer Präsident gewählt werden. Das Parlament ist bereits zusammengetreten, um einen möglichen Nachfolger für Vaclav Klaus zu finden - es sei denn, er gewinnt selbst erneut die Wahl.

Vaclav Klaus
Will eine zweite Amtszeit: Präsident Vaclav Klaus. -Foto: ddp

PragIn der Prager Burg haben sich die beiden Kammern des tschechischen Parlaments zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten getroffen. Neben Amtsinhaber Vaclav Klaus stellt sich der Wirtschaftsprofessor Jan Svejnar dem Votum von Senat und Abgeordnetenhaus. Das dreistufige Wahlverfahren ist kompliziert und kann sich länger hinziehen, zumal Uneinigkeit darüber herrscht, ob offen oder geheim abgestimmt werden soll. Die Abgeordneten befürworten mehrheitlich eine offene, die Senatoren eine geheime Abstimmung.

Um Staatschef zu werden, benötigen die Kandidaten im ersten Durchgang die absolute Mehrheit beider Kammern - das sind 101 von 200 Abgeordnetenstimmen und 41 von 81 Senatorenstimmen. Im zweiten Wahlgang entscheidet in jeder Kammer die absolute Mehrheit aller Anwesenden. In der dritten Runde entscheidet die einfache Mehrheit der anwesenden Delegierten aus beiden Häusern gemeinsam.

Senatspräsident Premysl Sobotka zeigte sich kurz vor der Abstimmung überzeugt, dass der neue Staatschef spätestens in der Nacht zum Samstag feststehen wird. 2003 zog sich die Abstimmung drei Wochen lang hin, bevor Klaus in der dritten Runde zum Nachfolger von Vaclav Havel gewählt wurde. (sba/AFP)

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