Wahl in Hessen : SPD muss mit starken Verlusten rechnen

Gut eine Woche vor der Landtagswahl ist die CDU klar stärkste Partei, der SPD drohen massive Verluste, FDP und Grüne präsentieren sich stark. Die Linke erreicht zurzeit knapp die Fünf-Prozent- Hürde, ihr Einzug in den Landtag ist aber nicht sicher.

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Berlin - Hessens geschäftsführender Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kann bei den Landtagswahlen in Hessen mit einem klaren Wahlsieg und einer Neuauflage der Koalition mit der FDP rechnen, die das Land von 1999 bis 2003 schon einmal regierte. Das geht aus dem Politbarometer für ZDF und Tagesspiegel hervor, für das die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen 1072 Wahlberechtigte in Hessen telefonisch befragte.

Wenn längerfristige Parteibindungen beachtet werden („Sonntagsfrage“), könnte die CDU mit 41 Prozent rechnen. Bei der letzten Landtagswahl am 27. Februar 2008 hatte die CDU mit 36,8 Prozent nach einem Minus von zwölf Prozentpunkten ihre absolute Mehrheit verloren. Die SPD lag damals nach einem Plus von 7,6 Punkten mit 36,7 Prozent praktisch gleichauf. Jetzt drohen der SPD starke Verluste, in der Projektion erreicht sie nur 25 Prozent. Die Grünen kämen auf 13 Prozent, die FDP läge bei ebenfalls 13 Prozent und die Linke bei fünf Prozent, die sonstigen Parteien würden drei Prozent erreichen. Vor einem Jahr lagen die Grünen bei 7,5 Prozent, die FDP erreichte 9,4 Prozent, die Linke 5,1 Prozent und die sonstigen Parteien 4,5 Prozent.

 Erst 55 Prozent der Wahlberechtigten haben sich zum jetzigen Zeitpunkt für eine Partei entschieden. 45 Prozent wissen noch nicht, ob und wen sie am 18. Januar wählen werden. Anders als bei den Landtagswahlen 1999 und 2003, aber ähnlich wie schon vor knapp zwölf Monaten ist die anstehende Abstimmung für die Bürger eine eindeutig landespolitische Angelegenheit: 65 Prozent aller potenziellen Wähler begründen ihre Entscheidung für eine Partei mit dem Geschehen in Hessen, nur 29 Prozent nennen primär bundespolitische Motive.

Bei der Frage nach einer Wunschkoalition ist für 33 Prozent der Hessen Schwarz-Gelb Favorit, 18 Prozent hätten am liebsten Rot-Grün und 8 Prozent eine große Koalition. Der gewünschte Ministerpräsident heißt für eine relative Mehrheit von 44 Prozent der Befragten Roland Koch, 33 Prozent hätten lieber Thorsten Schäfer-Gümbel, zehn Prozent wollen ausdrücklich „keinen von beiden“ und 13 Prozent wissen es nicht, meist weil sie den SPD-Spitzenkandidaten nicht kennen.

Der Gewinner der vorgezogenen Neuwahl steht für die meisten Befragten schon fest: 69 Prozent der Befragten erwarten einen Wahlsieg der CDU mit Roland Koch an der Spitze, lediglich acht Prozent glauben an einen SPD-Erfolg. Tsp

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