Wahl in Mexiko : Gericht entscheidet gegen Neuauszählung

Das mexikanische Wahlgericht hat am Samstag eine Neuauszählung aller Stimmen der Präsidentschaftswahl vom 2. Juli abgelehnt. Nur ein Teil der Stimmzettel soll überprüft werden.

Mexiko-Stadt - Die sieben Richter entschieden einstimmig, dass die Stimmen aus 11.839 Wahllokalen, in denen Unregelmäßigkeiten aufgetreten waren, neu ausgezählt werden müssen. Insgesamt waren 41,7 Millionen Stimmzettel in rund 130.000 Wahllokalen abgegeben worden. Der bei dem Urnengang knapp unterlegene Linkspolitiker Andrés Manuel López Obrador hatte wegen angeblichen Wahlbetrugs eine Neuauszählung aller Stimmen gefordert.

Laut Wahlkommission hatte der Linkspolitiker 35,31 Prozent der Stimmen bekommen und war damit nur knapp dem Konservativen Felipe Calderón mit 35,89 Prozent der Stimmen unterlegen. Der Unterschied betrug 250.000 Stimmen. Tausende Anhänger von López Obrador blockieren seit Tagen mit Zelten mehrere Hauptverkehrsadern von Mexiko-Stadt. Sie wollten diese Aktion erst abbrechen, wenn alle Stimmen neu ausgezählt werden. Für den Fall eines negativen Gerichtsentscheids hatten sie eine Verstärkung ihrer Aktivitäten angekündigt. (tso/AFP)

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