Wahl : Venizelos neuer Parteichef der griechischen Sozialisten

Für die griechischen Sozialisten beginnt eine neue Ära. Finanzminister Venizelos will die wegen der Finanzkrise politisch schwer angeschlagene Partei aufrichten.

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos ist neuer Parteichef der Sozialisten.
Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos ist neuer Parteichef der Sozialisten.Foto: dpa

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos ist am Sonntag zum neuen Parteichef der griechischen Sozialisten gewählt worden. Venizelos kam nach Auszählung von mehr als 50 Prozent der Wahlzettel auf etwa 97 Prozent der Stimmen. Dies teilte die zuständige Wahlkommission mit. „Es ist ein klares Ergebnis. Das Endergebnis werden wir spät in der Nacht haben“, sagte ein enger Mitarbeiter von Evangelos Venizelos der Nachrichtenagentur dpa am Sonntagabend. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. „Ich bin mir bewusst welche Fehler, wir (die Sozialisten) gemacht haben. Ich weiß, wie verbittert die Menschen sind“, sagte Venizelos.

Griechenland könne aber jetzt hoffen, sagte er weiter. Das Land brauche jetzt „Arbeit und Solidarität“, hieß es. „Wir starten“, sagte Venizelos. An der Urabstimmung haben sich nach ersten Schätzungen mehr als 200.000 Menschen beteiligt. Das sei fast doppelt so viel wie von den Organisatoren erwartet, hieß es aus Parteikreisen. Die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) ist unter anderem wegen der Finanzkrise politisch schwer angeschlagen, will mit der neuen Parteiführung einen politischen Neuanfang wagen.
Die griechische Presse ging davon aus, dass Venizelos vielleicht schon am Montag von seinem Amt als Finanzminister zurücktreten wird, damit er seine Partei auf den harten Wahlkampf vorbereiten kann.

Der bisherige Vorsitzende Giorgos Papandreou hatte im Januar seinen Abschied von der Parteispitze angekündigt. Umfragen deuteten zuletzt auf ein desaströses Ergebnis bei der vorgezogenen Parlamentswahl hin, die spätestens Anfang Mai erwartet wird. Kam die Partei 2009 noch auf 44 Prozent der Stimmen, liegt sie derzeit in Umfragen bei 9 bis 15 Prozent.
(dpa)

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