• Wahl von Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt: Der Anti-Charismatiker muss über sich hinauswachsen

Wahl von Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt : Der Anti-Charismatiker muss über sich hinauswachsen

Reiner Haseloffs Koalition ist etwas ganz Neues - und muss dennoch über sich hinauswachsen. Ein Kommentar.

Stephan-Andreas Casdorff
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am 12. April 2016 im Landtag in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am 12. April 2016 im Landtag in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).Foto: dpa

Im zweiten Wahlgang – es hätte besser beginnen können für Sachsen-Anhalts neuen, alten Ministerpräsidenten Reiner Haseloff. Im ersten ging es deutlich daneben, dann kam aber eine Stimme obendrauf auf die Kenia-Mehrheit, die von CDU, SPD und Grünen. Das ist gewiss ein Trost für Haseloff, der demonstrativ ruhig blieb. Sein Ergebnis wird ihn hoffen lassen, dass am Ende der Plan aufgeht, geradezu stoisch gegen weitere politische und gesellschaftliche Polarisierung anzureden und anzuregieren angesichts einer AfD, die so erschreckend stark geworden ist. Nun muss allerdings diese Koalition – die wieder einmal etwas ganz neues ist, wieder ein „Magdeburger Modell“ – mit ihrem Anti-Charismatiker an der Spitze über sich hinauswachsen.

Sie muss Inhalte schaffen, Zusammenhalt sichern und die AfD stellen. Es geht auch darum, der Partei, die so weit rechts steht, nur schon in diesem Bundesland Grenzen zu setzen. Das gilt zumal um der Haseloff’schen CDU selbst willen, in der nicht alle gar so schlecht über die AfD denken. Haseloff, der gelernte Physiker, neigt zu nüchterner Kalkulation. Auf ihm lastet viel, das weiß er. Aber das darf – bei aller Begabung, unbewegt zu wirken – nicht zu einem Mangel an Dynamik führen.

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