WAHLBEOBACHTUNG DURCH DIE OSZE : Dem Zorn folgt die Einladung

Die vorsichtige Anfrage der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE), ob eine Beobachtergruppe mit dem staatlichen Wahlausschuss ins Gespräch kommen dürfe, hat vor einem Monat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Außenministerin Anna Fortyga sagte: „Ich würde vorschlagen, dass sich die Medien, die gesamte Gesellschaft zur Verteidigung Polens vor dieser Verleumdung zusammenschließen, die durch die polnische Opposition angeregt wurde.“ Die Sprecherin der OSZE-Wahlbeobachterteams Urdur Gunnarsdottir konnte die Aufregung nicht verstehen: „Wir sind zeitgleich auch bei den Wahlen zum Nationalrat in der Schweiz“, sagte sie damals. Tatsächlich hat Anna Fortyga die OSZE-Delegation am Ende doch noch nach Polen eingeladen. Nach einer Sondierung entschied die OSZE, dass eine Beobachtergruppe von einem Dutzend Leuten genug sei. Eine Beobachtung vieler Wahllokale sei nicht notwendig, sagte ein OSZE-Sprecher dem Tagesspiegel. Am Ende wollte Polen wohl doch nicht auf einer Stufe mit Tadschikistan stehen, dem einzigen Land, das eine Wahlbeobachtung rundweg abgelehnt hat. kkr/deh

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