WAHLEN IN ZAHLEN : Vielstimmig

Weil die Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft auch bundespolitisch von größtem Interesse sind, musste die Elbmetropole am Sonntag ein außerordentliches Medieninteresse bewältigen: 1500 Medienvertreter, darunter Journalisten aus Großbritannien, der Schweiz, aus Dänemark und der Türkei, hatten sich im Rathaus angemeldet. Am Wahlabend waren 20 Radiosender und 16 Fernsehstationen vor Ort. Vom Goethe- Institut vermittelt kamen vier Wahlbeobachter aus Aserbaidschan an die Elbe.

Zur Wahl stellten sich am Sonntag insgesamt 14 Parteien mit Landeslisten, auf denen 353 Kandidaten platziert sind. Neben der Zusammensetzung des Parlaments im Hamburger Rathaus ging es auch noch um die künftige Besetzung von sieben Bezirksversammlungen.

Laut Statistischem Landesamt waren 1 306 936 Hamburger wahlberechtigt, 53 Prozent davon sind weiblich. Mit 212 000 mal angeforderten Briefwahlunterlagen war die Beteiligung der Briefwähler relativ hoch. Die Wahl kostet nach Angaben des Landeswahlleiters Willi Beiß rund 12 Millionen Euro. Davon wurde die Einrichtung, Betreuung und Bewachung von 1298 Wahllokalen mit 5480 Wahlkabinen und 15 000 Wahlhelfern finanziert, die auch die Auszählung mit übernahmen.

Die CDU investierte 810 000 Euro, die SPD bezifferte ihre Wahlkampfkosten mit 800 000 Euro. Beim finanziellen Aufwand war die Linkspartei mit 270 000 Euro bereits drittstärkste Kraft in Hamburg. FDP und Grüne verfügten über ein Budget von je 200 000 Euro.

Ein vorläufiges Endergebnis mit der genauen Sitzverteilung wird wegen des neuen, komplizierten Hamburger Wahlsystems frühestens am Dienstag verkündet werden können. Amtlich wird das Endergebnis erst am 5. März. Am 12. März findet die konstituierende Sitzung der Bürgerschaft statt. dhan

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