Wahlen : Koalition in Pakistan steht

Bei der Parlamentswahl am Montag hat die pakistanische Opposition einen deutlichen Sieg errungen - jetzt haben sich die siegreichen Parteien auf eine Koaliton verständigt. Die Bhutto-Partei PPP wird den Premierminister stellen. Unterdessen wurden Demonstrationen von Juristen gesprengt.

Anwälte protestieren in Pakistan
Anwälte protestieren in Pakistan. -Foto: dpa

IslamabadDrei Tage nach der Parlamentswahl in Pakistan haben sich die beiden siegreichen Oppositionsparteien auf die Bildung einer Koalition geeinigt. Der frühere Regierungschef Nawaz Sharif erklärte am Donnerstag in Islamabad, seine Partei PML-N habe sich mit der PPP der ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto auf ein Bündnis verständigt.  "Wir haben uns auf ein gemeinsames Programm geeinigt."

Wir werden zusammenarbeiten, um die Zentralregierung und die Regierungen in den Provinzen zu bilden", sagte Sharif nach Gesprächen mit Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari vor Journalisten. Er war bei den  Wahlen mit seiner Partei PML-N auf Platz zwei gekommen. Die PPP war als stärkste Partei aus der Wahl am Montag hervorgegangen. Sharif betonte, seine Partei akzeptiere, dass die PPP den Premierminister stellen werde.

Vernichtende Niederlage für Musharraf

Mit Blick auf den umstrittenen Präsidenten Pervez Musharraf, dessen Pakistanische Muslim-Liga (Quaid) eine vernichtende Niederlage bei der Wahl erlitten hatte, sagte Sharif: "Die Nation hat ihr Urteil in jeder Ecke des Landes gefällt. Je früher er dieses Urteil respektiert, desto besser." Musharraf stand zwar nicht zur Wahl, die Abstimmung wurde aber als Referendum über seine Politik gewertet.

Nach dem deutlichen Wahlsieg hatte die pakistanische Opposition den Rücktritt von Musharraf gefordert. Musharraf lehnte das ab. Ein endgültiges  Wahlergebnis stand am Donnerstag noch aus. Sollten die PPP und die PML-N zusammen auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit kommen, könnten sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen Musharraf durchsetzen.

Juristen protestieren gegen Entlassung von Richtern

Unterdessen haben in verschiedenen Städten des Landes tausende Juristen gegen die Entlassung von Richtern und für eine unabhängige Justiz protestiert. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Der unter Hausarrest gestellte frühere Oberste Richter Iftikhar Muhammad Chaudhry hatte zuvor in einer telefonisch übertragenen Rede bei einer Kundgebung in Karachi eine freie Justiz gefordert. (jam/dpa/AFP)



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