Wahlen : Rechte hat in Chile erstmals Siegeschance

Bei den fünften allgemeinen Wahlen in Chile seit dem Ende der Pinochet-Diktatur haben die mehr als acht Millionen Wahlberechtigten am Sonntag über einen neuen Staatschef und die Zusammensetzung des Parlaments abgestimmt. Umfragen sagten einen Rechtsruck voraus.

Santiago de Chile - Bei den fünften allgemeinen Wahlen in Chile seit dem Ende der Pinochet-Diktatur haben die mehr als acht Millionen Wahlberechtigten am Sonntag über einen neuen Staatschef und die Zusammensetzung des Parlaments abgestimmt. Umfragen sagten einen Rechtsruck voraus. Als Favorit war der konservative oppositionelle Kandidat Sebastián Piñera ins Rennen gegangen. Meinungsforscher sahen den 60-jährigen Unternehmer bei 44 Prozent der Stimmen.

Ex-Präsident Eduardo Frei, der Kandidat der seit 20 Jahren ununterbrochen regierenden Koalition Concertación aus Christdemokraten und Sozialisten sowie zwei kleinerer Parteien, konnte demnach nur mit etwa 31 Prozent rechnen. Erreicht keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit, muss eine Stichwahl am 17. Januar entscheiden. Der Rückstand der Concertación erklärt sich auch durch die erstmalige Spaltung des Mitte-Links- Lagers. Der junge Kandidat Marco Enríquez-Ominami Gumucio sagte sich von der Regierung los und liegt laut Umfragen nun bei etwa 17 Prozent.

Angesichts der realen Chance, dass die Konservativen bei der Stichwahl im Januar erstmals seit 1958 durch Wahlen an die Macht kommen könnten, mehrten sich die Anzeichen für einen möglichen Pakt zwischen der Concertación, Ominami und der Linken. Mit einer dramatischen Änderung in der Wirtschafts- und Sozialpolitik in dem wohlhabenden und stabilen Land wird nicht gerechnet. (dpa)

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