Politik : Wahlen und Bomben

Allendes Pläne, sein Ende 1973 und die Opfer der Diktatur

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4. September 1970: Salvador Allende gewinnt für die FRAPUnidad Popular (UP) knapp die Präsidentschaftswahlen, aber die Volksfront bleibt zerstritten. Die Rechten warnen vor den „Kommunisten“; der US-Geheimdienst greift massiv in Chiles Innenpolitik ein und beteiligt sich an Putsch-Plänen.

1972: Allende enteignet mehr als 1500 Großfarmer. Durch Streiks wird die Wirtschaft stark behindert, die Schulden steigen. Die UP spaltet die Arbeiterschaft.

11.September 1973: Allende ahnt, dass dieser Tag sein letzter sein könnte. Der Präsident bereitet seine letzte Rede für einen Radiosender vor, ohne zu wissen, ob sie gehört werden kann. Er sagt: „Es macht nichts (wenn sie mich nicht verstehen). Sie werden mich weiter hören. Immer werde ich bei ihnen sein. Das Volk muss sich verteidigen, aber es darf sich nicht opfern.“ Gegen 9 Uhr 10 endet die Ansprache. Drei Stunden später ist er tot. Die Militärs bombardieren die Moneda, den Präsidentenpalast, in dem sich Allende mit einer von Fidel Castro geschenkten Maschinenpistole wohl selbst erschießt.

1973-1990: Mehr als 3000 Chilenen werden verschleppt, gefoltert, getötet. Besonders grausam werden politische Gegner im „Estadio Nacional“ umgebracht. Hier wird der Liedermacher Victor Jara zur Legende. Ihm werden die Augen ausgestochen und die Hände verstümmelt, dann wird Jara gefragt: „Warum singst du nicht.“ Jara antwortet: „Venceremos - wir werden siegen“. Es dauert bis 1990. Dann hat die Demokratie gewonnen. ale

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