Frank Henkels Erfolg : Die Berliner CDU ist wieder wer

Der Kurs von Spitzenkandidat Frank Henkel hat sich ausgezahlt: Die CDU gewinnt nicht nur dazu, sondern bleibt auch vor den Grünen zweitstärkste Kraft.

von und Werner von Bebber
Frank Henkel war gerade richtig für die Berliner CDU.
Frank Henkel war gerade richtig für die Berliner CDU.Foto: Mike Wolff

Das kann man einen Erfolg nennen. Frank Henkel, Spitzenkandidat der Berliner CDU und lange Zeit unbekanntes Gesicht im Wahlkampf, hat seine Partei nach vorn gebracht. 23,5 Prozent, Platz zwei deutlich vor den Grünen. Damit ist die CDU wieder da, zurück aus einer Phase, in der sie sich vor allem mit sich selbst beschäftigt hatte und im personellen Dauerzwist gefangen war auch wenn sie mit diesem Ergebnis bleiben wird, was sie ist: Opposition.

Zwar wäre ein neues Bündnis zwischen SPD und Union die Koalition mit der sattesten Mehrheit. Aber Henkel und seine politischen Freunde wissen, dass Wowereits SPD mit den Grünen zusammengehen will. Drei Jahre hatte Henkel daran gearbeitet, die Partei inhaltlich rundzuerneuern und vorsichtig in die politische Mitte zu bugsieren. Ein Schulkonzept, das lange vor der Bundes-CDU ohne die Hauptschule auskam; ein Integrationskonzept, das auf „Fördern und Fordern“ gleichermaßen setzt und die CDU nicht mehr als die Partei der Ausgrenzer und Migrantengegner dastehen ließ; Ideen für den daniederliegenden Arbeitsmarkt der Hartz-IV-Hauptstadt Berlin. Damit war die CDU generalüberholt.

Acht Fragen an Frank Henkel
Der 48-jährige Spitzenkandidat der Christdemokraten Frank Henkel ist in Berlin geboren. Seit Herbst 2008 ist er sowohl Fraktionschef im Abgeordnetenhaus als auch Landesvorsitzender. Acht Fragen an den Spitzenkandidaten der CDU, Frank Henkel.Alle Bilder anzeigen
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13.09.2011 18:11Der 48-jährige Spitzenkandidat der Christdemokraten Frank Henkel ist in Berlin geboren. Seit Herbst 2008 ist er sowohl...

Zugleich gewann Henkel mit der Kulturpolitikerin Monika Grütters, dem Unternehmer Thomas Heilmann und dem Anwalt Burkard Dregger neue Gesichter und Köpfe für das Berliner Präsidium. Mit der kleinen, aber wichtigen Umorganisation gelang es ihm, die Runde der Kreisverbandschefs als eigentliche Parteiführung stillzulegen. Das alles half der CDU in den Umfragen wenig. Bis weit in das Superwahljahr hinein schrammte die früher machtverwöhnte, ehemalige 40-Prozent-Partei an der Zwanzig-Prozent-Grenze entlang. Im Wahlkampf aber ist es Henkel gelungen, den Leuten einen Eindruck von der neuen Solidität seiner Partei zu vermitteln jedenfalls denen, die in Berlin überhaupt geneigt waren, CDU zu wählen.

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