[Kommentare: 170]

Wahlkampf-Kolumne

Auf die linke Tour

"Reichtum für alle", "Reichtum besteuern" - das sind zwei Slogans einer Partei: der Linken. Klingt widersprüchlich? Ist es aber nicht. Robert Birnbaum enthüllt den Plan von Oskar Lafontaine.
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Erst Reichtum für alle, dann Reichtum besteuern? Die Linke verulkt nicht - sie hat einen Plan. - Foto: dpa
Wäre Oskar Lafontaine nie Bundesfinanzminister gewesen, könnte man an eine Panne glauben. Tun ja auch viele und machen sich lustig. Zwei Plakate hängt Oskars neue Partei derzeit an die Laternenpfähle: „Reichtum besteuern“ fordert das eine, „Reichtum für alle“ das andere. Ulkig! Aber es ist gar nicht zum Lachen. Es ist auch keine Panne. Es ist ein Plan.

Oskar nämlich, falls er an die Macht kommt, wird sich an seine Wahlplakate halten. Er wird die Reichen besteuern, dass es kracht. Das Geld wird er den Armen geben. Bis dahin kein Problem – wäre nicht das Robin-Hood-Dilemma. Auch der edle Räuber aus dem Sherwood Forest hat den Reichen genommen und den Armen gegeben. Leider waren die Armen daraufhin reich. Reiche gehören beraubt. Das macht sie zu Armen. Und so fort.

Was im britischen Hinterwald mühselig von Hand und mittels Brandpfeilen umverteilt werden musste, vollzieht sich im modernen Staat als Verwaltungsakt. In Oskar-Land wird also jeder Reiche zum Finanzamt wandeln, von da als Armer zum Sozialamt, von dort als Neureicher zum Finanzamt – und so weiter. Die Armen beginnen beim Sozialamt, danach stecken auch sie im Perpetuum mobile der Gerechtigkeit. Immer schneller wird es drehen, alles Volk wird von Amt zu Amt hetzen, mal arm, mal reich, aber zunehmend atemlos.

Da werden sie stöhnen und flehen, dass jemand sie erlöse. Genau da schlägt Oskars Stunde. Es ist ja so einfach. Der Finanzminister stoppt die Überweisungen vom Finanzamt zum Sozialamt. Binnen kurzem wird das ganze Volk sich beim Sozialamt sammeln, vor verschlossenen Schaltern stehen – und aufatmen. Erschöpft, aber dankbar. Sie werden Oskar die Füße küssen, ihm, ihrem Retter.


(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.09.2009)
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Kommentare [ 170 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von derwonuwiedadaist derwonuwiedadaist ist gerade offline | 23.9.2009 11:40 Uhr
Es ist mehr als bezeichnend,....
....dass "Reichtum" nur als Geld-Reichtum verstanden wird.

Dass mit dem "Besteuern" verwirrt dann natürlich, nur wenn man genauer drüber nachdenkt bekommt es einen Sinn, wenn auch einen, den die LINKE wahrscheinlich nicht gemeint hat.

Auch die Motivation Gysi´s dazu (soweit ich weiß ist das sein persönliches Wahllakat) wird nicht hinterfragt, nur wieder billige Polemik des Herrn Birnbaum. Aber ist ja auch ne Kolumne und nix neues.

Eine bessere Verteilung der Kohle wäre schon möglich, oder Herr Birnbaum? Und bessere Würdigung "systemischer" niedrig bezahlter Jobs auch.

Aber dumm von mir, nicht ernstnehmen - und weiter veräppeln lassen, ja, auch Du Robert!
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von riegel riegel ist gerade offline | 23.9.2009 11:48 Uhr
Ich hoffe auf rot rot grün
denn mancher Zahn muss unter Schmerzen gezogen werden.

Mancher Zahl verspricht, solange er noch im Mund ist und innerlich aber hohl doch, dass er beißen könnte.

Also auf zur "Thungurahua"Koalition.

Da werden dann ordenlich den Wählern die Zähne gezogen.
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von zurueckschnauzer zurueckschnauzer ist gerade offline | 23.9.2009 12:46 Uhr
@riegel
Richtig ... und das einzige gute an RotRot wäre immerhin, dass die SED/PDS/Linke oder wie die Partei dann gerade heisst, bei den drauffolgenden Wahlen höchstwahrscheinlich an der 5%-Hürde scheitern würde.

Ach ja: Was bedeutet"Thungurahua"??
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von Diabolo Diabolo ist gerade offline | 23.9.2009 21:56 Uhr
Wähler-Reaktion ?


Zitat von zurueckschnauzer

... bei den drauffolgenden Wahlen höchstwahrscheinlich an der 5%-Hürde scheitern würde.



Schön wär's. Leider ist zu befürchten, daß die allermeisten Wähler dieser Organisation sich nicht davon beirren lassen würden, daß trotz Regierungsbeteiligung die populistischen Versprechungen nicht umgesetzt werden. Herr Wowereit hat die Ex-SED doch schon vor etlichen Jahren in seine Regierung geholt - und wo ist inzwischen der Reichtum für alle ? Bei mir ist noch nichts angekommen.

Auch die neuesten Erkenntnisse über Herrn Gysis servile Anbiederung an den Staatsapparat zu DDR-Zeiten und die sich daraus ergebenden Fragen an die Glaubwürdigkeit diese Herren dürften sich im Wahlergebnis sehr zu meinem Bedauern nicht niederschlagen.
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von 177666 177666 ist gerade offline | 25.9.2009 13:15 Uhr
Auf die linke Tour
An alle Medien - politischen Redaktionen
wir bitten um Beachtung

Betreff:
Presseerklärung zum 05.01.2009 des OV Baunatal DIE LINKE.

Nachdem die Vorstandsmitglieder des Bernd Heinicke, Martina Walter und Stawri Sarbidi zum 31.12.2008 ihre Vorstandsämter des OV Baunatal DIE LINKE. niedergelegt haben, treten
33 Mitglieder = (40 Prozent des Kreisverbandes Kassel-Land DIE LINKE.) des OV Baunatal DIE LINKE. ebenfalls mit Wirkung zum 31.12. 2008 aus der Partei DIE LINKE. aus.
Begründung:
1.) fehlende Basisdemokrat
2.) geheime Zirkel, unterschiedliche E-Mailverteiler,
Dossiers der Mitglieder
3.) fehlende Streitkultur
4.) Mobbing von Mitgliedern, Parteimitglieder werden fertig gemacht.
5.) Arbeitslose, Hartz IV und Behinderte werden diskreditiert und ausgrenzt.
6.) statt Armutsbekämpfung , nur Armutsverwalt
7.) Elitäre Kaderbildung, statt Basisdemokratie



Bernd Heinicke Martina Walter Stawri Sarbidi


Zu den FR-Artikel "Ein Panorama des Elends"
Die Linkspartei im Land zerfleischt sich selbst:
Zwischen Teilen der Basis und Abgeordneten tobt Streit.
Pit Metz tritt aus.
VON MATTHIAS THIEME UND JÖRG SCHINDLER

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/hessenwahl_2009/?em_cnt=1655303&
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von DasPortal DasPortal ist gerade offline | 26.9.2009 15:32 Uhr
Schön
die Ratten verlassen das sinkende Schiff! tja gegen spät aufkommende Klugheit ist kein Kraut gewachsen. Weiter so ich hoffe dass noch viele Parteimitglieder der Linken endlich Ihre von Gott gegebene Intelligenz nutzen und die richtigen Schritte einleiten aus der Erkenntnis heraus dass man nicht das ganze Leben im Trugschluß leben kann. In der Masse habe ich aber schon das Gefühl, dass der Unterschied zwischen politischen Träumen und gesellschaftlicher Realität von so manchen Parteigenossen nicht mehr so ganz wahrgenommen werden kann! Das gilt auch für die ganz andere Richtung unserer Politik diesen hirnlosen Zombies in Ihren braunen Hemden
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von riegel riegel ist gerade offline | 23.9.2009 13:00 Uhr
Tungurahua (Provinz) und Thungurahua (Vulkan)
ein Janusköpfiger Ort, mit der rot grün roten Provinzflagge und dem Tot bringenden Vulkan Thungurahua.

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von marel marel ist gerade offline | 23.9.2009 15:17 Uhr
Henne und Ei
Die Argumentation, die Blutroten würden sich selbst "entzaubern", hat es vor deren Regierungsbeteiligung in Berlin doch auch gegeben. Zwar wurden sie dadurch gezwungen etwas mehr in der Realität anzukommen, den erhofften Erfolg hatte das nicht.

Sie versprechen weiterhin Reichtum für, während selbst der Volksverräter, der ihnen fahrlässig die Berliner Türen öffnet, ehrlich zugibt, daß Berlin unter ihrer Regierung allenfalls sexy ist.

Die Berliner wählen rot, weil sie arm sind, mit der Folger von mehr Unbildung und mehr Armut. Die Bayern wählen schwarz, weil sie reich sind, mit der Folge von mehr Bildung und mehr Reichtum. Beide Systeme sind verblüffenderweise stabil, vielleicht weil die Übergänge besonders schmerzhaft wären.

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von oliver111 oliver111 ist gerade offline | 23.9.2009 16:01 Uhr
@Marcel
Es ist ein Ost West Problem. In Berlin leben auch reiche Leute und in München auch viele Arme, dass hat damit nichts zu tun außerdem sind die meisten Gesetze Bundesgesetze und keine Landesgesetze insofern ist es ein regionales Problem. In den Osten kommen halt weniger Investoren und Industrien als im Westen, also mit der gegenwärtigen Regierung hat das nichts zu tun, wo die CDU die Banken in den Sand gesetzt hat, kann ich mich nicht erinnern, dass davor etwas besser war in Berlin und die Armut haben wir vorwiegend Konservativen zu verdanken und keinen Linken!!
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von marel marel ist gerade offline | 23.9.2009 16:24 Uhr
Naiv
Nun kommen Sie wieder Sündenböcke für eigenes Versagen. Es ist heute kein Ost-West-Problem mehr, das haben die Sachsen doch wohl ausreichend bewiesen.

Die heutigen Problem Berlins einer Regierung in die Schuhe zu schieben, die lange nicht mehr regiert, geht auch nicht. Die wirtschaftliche Stagnation wächst auf dem roten Mist.

In Bayern mag es zwar auch einige Arme geben, der Bildungsstand in Bayern ist aber eindeutig besser. Damit haben die Kinder von Armen dort auch eine viel bessere Perspektive.

Da es den Bayern insgesamt gelingt, die Wirtschaft am Laufen zu halten, können die Armen auch leichter mitgetragen und gefördert werden. Die CSU trägt nicht ganz grundlos ein S im Namen.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 23.9.2009 21:36 Uhr
riegel & zurueckschnauzer & Fangemeinde
Was für eine fantastische und absolut zwingende Argumentation: Die C-Parteinen und die Schröder-Bagage (frei von allen sozialdemokratischen Gedanken) setzen die Karre in den Dreck - und die Oberschlaumeier grölen: Die Linken hätten’s nicht besser gemacht.

HEILIGE EINFALT!
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von DasPortal DasPortal ist gerade offline | 26.9.2009 15:26 Uhr
Wurde doch schon zeitgeschichtlich
hinreichend bewiesen, dass dieser "Alles gehört dem Volke zu gleichen Teilen" Blödsinn nicht wirklich ecxistenziell auf einem guten Fundament ruhte. Gott sei Dank gibt es auch noch vernünftige Menschen auf dieser Welt die nicht gegen das System ankämpfen sondern dessen Vorteile für sich nutzen. Und diese Konstellation der 2x roten Regierung ist so unbrauchbar wie ein Kropf - was macht man mit einem Kropf? Rausschneiden weit im Gesunden!!! Tja auch rote Socken müssen Opfer bringen und wenn solche Verlautbarungen den Hintergrund haben jegliches kapitalistische System zu verachten, dann wäre es wohl an der Zeit, dass "rote Sprücheklopfer" mal den ersten Schritt machen und ab morgen für lau sprich Lohnverzicht ihren Job sofern sie einen haben verrichten. Das Geld kommt dann den Armen zu Gute und allen ist geholfen. Marx läßt grüßen! Und denkt bei eurem nächsten Gehaltsempfang wirklich mal drüber nach ob Ihr das was Ihr propagiert was andere tun sollen auch selber mal vorleben könnt. Denn von anderen was zu erwarten ohne es selbst vor zu machen ist einfach. Fällt mir ein Zitat aus der Literatur ein: Wenn alee nur davon reden würden wovon sie wirklich Ahnung haben, würde großes Schweigen auf dieser Welt herschen.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 26.9.2009 16:54 Uhr
Da bleibt der Leser ratlos zurück
Ist das nun Satire, Glosse, Kabarett oder nur ’ne hilflose Zirkusnummer?
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von dertagandem dertagandem ist gerade offline | 23.9.2009 11:58 Uhr
Bravo fürs geübte Auge!
Genau diese Frage habe ich mir auch schon gestellt, als ich vor wenigen Wochen an zwei aufeinander folgenden Lichtmasten die beiden Plakate gesehen habe. Kann man nur hoffen, dass die Linken nicht zu viel für diese kreative Leistung bezahlt haben ... sonst könnte leicht der Eindruck entstehen, die halten ihre Wähler für doof (aber wer tut das nicht?). Vor dem Hintergrund der Wrööööm-Idioti der Wahlkampagnen bitte ich doch noch einmal freundlich darum das Honni-Foto ("Da isser wieder!"), dass vor einigen Jahren im Tagesspiegel stand noch einmal zu veröffentlichen!
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von s.theile s.theile ist gerade offline | 23.9.2009 13:42 Uhr
Falsch, dertagandem (23.9.2009, 11:58 Uhr)
Der einzige, der die Wähler für dumm hält sind Sie, da nach Ihrer Vorstellung der typische Linke-Wähler besonders für platte Losungen zugänglich ist. Die betreffenden Wähler haben aber schon verstanden, wie beide Wahlplakate gemeint sind. Sie - und übrigens auch Birnbaum mit seinem unoriginellen Beitrag - halten Partei und Wähler für "ein bißchen doof". Also schieben Sie doch bitte Ihre eigenen Vorurteile nicht anderen in die Schuhe.
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von commentator commentator ist gerade offline | 23.9.2009 12:06 Uhr
Reichtum
Nun ja.
Er hat das ja zu erklären versucht.
Er meint Reichtum an Bildung, Kultur ... wenn es um den für alle geht.

Der zu besteuernde ist dann naturgemäß monetär.

Trotzdem ist das natürlich nicht gerade eine wahlplakative Meisterleistung.
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von baerliner42 baerliner42 ist gerade offline | 23.9.2009 12:30 Uhr
Man kann es noch kürzer auf den Punkt bringen...
Mit Grundkenntnissen an Logik kann man die beiden Slogans kombinieren zu "Steuererhöhung für alle": Zuerst werden alle als reich definiert (da die aktuelle Armutsdefinition sich schon am Durchschnittseinkommen definiert, passiert das mit Fortschreiten der Wirtschaftskrise schon fast von alleine), dann werden die "Reichen" (oder sie, die als solche definiert werden) besteuert. Genialer Schröpfplan!
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von buschmeister buschmeister ist gerade offline | 23.9.2009 12:35 Uhr
Neuer Slogan?
"Reichtum für alle" - das ist neu bei der SED-Fortsetzungspartei!
Bisher durchlitten die Linksregierten doch nur: Armut für alle!
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von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 23.9.2009 13:39 Uhr
SED Fortsetzungspartei...
auch als Nicht LINKE Anhänger oder Wähler kann ich es nciht mehr hören: Die Linke ist mitnichten die Fortsetzung der SED. Ein Teil der Gruppen, die in der Linken aufgegangen sind, haben diese Geschichte. Aber halt nur ein Teil.
Genauso könnte man die CDU als NSDAP Nachfolgepartei bezeichnen - und das ist genausowenig korrekt.
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von thursday thursday ist gerade offline | 23.9.2009 14:28 Uhr
Es ist halt der größte Teil der Mitglieder
der noch aus alten Zeiten stammt. Kann man auch gerne unter wiki nachlesen. Zudem stellt die Linke die Rechtsnachfolge der SED dar. Somit ist SED-Nachfolgepartei schon richtig und der Vergleich mit der CDU/NSDAP falsch. Richtig wäre es aber die CDU als Nachfolgepartei der CDU/DDR zu bezeichnen.
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von marel marel ist gerade offline | 23.9.2009 16:28 Uhr
Blockflöten
Die CDU als Nachfolgepartei der CDU/DDR ist berechtigt. Interessant wäre der Vergleich, ob sich die Mitgliedsstruktur hier stärker gewandelt hat als bei der SED.
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von marel marel ist gerade offline | 23.9.2009 15:50 Uhr
Ein wesentlicher Teil ist immer noch SED
Die Mitgliederschaft der SED ist in wesentlichen Teilen die gleiche geblieben. Es sind eben die Leute, die zu SED-Zeiten keine Skrupel kannten, das ganze Unrecht mitzutragen. Darüber täuscht auch alle Schönfärberei und Friedensheuchelei der Linken nicht hinweg. Armselig, wer sich trotzdem davon blenden läßt!

Daß noch ein paar Linke aus der SPD zugewandert sind, legitimiert diese Partei noch lange nicht. Es disqualifiziert allerdings die ehemaligen SPDler, die keine Rücksicht auf die Opfer der SED kennen. Die war manche SPDlern allerdings auch vor der Wende fremd. Insofern sind sich diese Genossen durchaus treu geblieben.
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von neuthfer neuthfer ist gerade offline | 23.9.2009 13:42 Uhr
Klingt nach echtem Neusprech
Armut ist Reichtum, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke, Krieg bedeutet Frieden ...und die Linke weiss wo's langgeht!
Comment
von fledermaus fledermaus ist gerade offline | 23.9.2009 12:39 Uhr
einfacher Mechanismus.
Reich sein will natürlich jeder. Letztlich sind s dann aber die Wenigsten: also freut man sich, wenn "die Reichen" wenigstens zur Strafe besteuert werden.

2 Werbebotschaften, die lediglich den Wähler motivieren sollen. Würde ich jetzt nicht zuviel drauf geben- zumal ja jeder weiß, wie reich wir alle in der DDR waren. Ach, was ham wir im gerecht verteilten Wohlstand geschwelgt…
Und genauso solls ja wieder werden.
Comment
von michaelm michaelm ist gerade offline | 23.9.2009 12:39 Uhr
Auf die blöde Tour
Auf die blöde Tour versucht Herr Birnbaum das Programm Lafontaines und der Linkspartei lächerlich zu machen.
Sein Kollege Harald Schumann weiß es besser;
"Würde nur die Besteuerung von Vermögen auf das Niveau angehoben, das im Durchschnitt der OECD-Staaten üblich ist, würden dem Fiskus 25 Milliarden Euro mehr im Jahr zufließen."
Würde nur die Besteuerung von Vermögen auf das Niveau angehoben, das im Durchschnitt der OECD-Staaten üblich ist, würden dem Fiskus 25 Milliarden Euro mehr im Jahr zufließen.

Und das alles ohne Anhebung der MWSt., ohne Kürzung von Sozialausgaben - können wir uns alles leisten, wir müssen nur wollen!
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 23.9.2009 13:10 Uhr
@michaelm
Ich habe es schon oft gesagt, und wiederhole: unser Fiasko ist nicht die zu niedrige Besteuerung von Vermögen (die das BVerfG aus gutem Grund begrenzt hat) sondern der freiwillige Steuerverzicht des Staates durch Schaffung und Duldung von Ausnahmetatbeständen ("1000 legale Steuertricks") also Steuerschlupflöchern. Das hat Prof. Kirchhof zur Grundlage seiner ansonsten sicher zu Recht kritisierten Vorschläge gemacht: alle - und nicht nur manche - zahlen die Steuern, die sie schulden, dann kann man die Sätze für alle senken (oder die Einnahmen ohne Steuererhöhungen steigern).
Beispiel: Im Jahr 2006 hat die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken die Gewinne der Kapitalgesellschaften auf 420 Mrd.€ beziffert. 2008 haben die Kapitalgesellschaften darauf bei einem Satz von 15% knapp 16 Mrd.€ Körperschaftssteuer bezahlt.
Comment
von icke icke ist gerade offline | 23.9.2009 14:38 Uhr
@fritz
Sehr schön auf den Punkt gebracht!!! Der Staat müsste lediglich seine Steuern restriktiver einfordern und die Schlupflöcher schliessen
Comment
von michaelm michaelm ist gerade offline | 23.9.2009 15:13 Uhr
Ja, Fritz, aber
Das eine schliesst doch das andere nicht aus, Fritz.
Autor Schumann hat noch mehr gesagt:
"So stiegen die Gewinneinkommen von 2000 bis 2007 sieben Mal mehr als die Löhne. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Geldvermögen um mehr als 30 Prozent oder rund 1000 Milliarden Euro. Die Hälfte davon liegt bei nur zehn Prozent der Bevölkerung. "
Also wirds Zeit, diese Umverteilung von unten nach oben zu beenden. Und genau das will die Linkspartei.

Daraus zu unterstellen, die wolle die Reichen arm machen, ist genau der Slogan mit dem die jetzigen Umverteiler Alternativen madig machen wollen; denen sollten sie den Slogan auch überlassen, lieber Fritz.
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 23.9.2009 15:56 Uhr
@michaelm
Die Umverteilung muss beendet und teilweise umgekehrt werden. Richtig.
Aber nicht durch Enteignung.
Rechne mal durch was jemandem passiert, der ein paar (redlich erworbene und versteuerte) Millionen hat und dann auf den Zinsertrag 53% zahlen muss, auf den eine Million überschreitenden Vermögensbetrag jährl. 5% Vermögenssteuer und dann noch Kaufkraft durch die Inflation verliert.
Das ist verfassungswidrig und tödlich für unser Land. Das muss ich wohl nicht näher erläutern. Der Hintern muss in der Hose bleiben.
Comment
von crazybex crazybex ist gerade offline | 23.9.2009 16:48 Uhr
wie kommen Sie auf
folgende Zahlen:

- 53 % Steuern auf Kapitaleinkünfte? (der Satz zur Zeit liegt incl. "Soli" bei 26,375 %)
- 5 % jährliche Vermögenssteuer (Im Gespräch sind 0,5-1%)

Die 53% verwechseln Sie sicherlich mit dem Höchststeuersatz der Einkommenssteuer aus Zeiten der Kohl Regierung. Auch der ist jetzt nur noch bei 45 % (42+3).
Was mir aber nicht einleuchtet, ist wieso Kapitalerträge geringer besteuert werden, als Einkommen aus Arbeit. Das ist aus meiner Sicht ungerecht. Der, der sich den Rücken krumm macht zahlt 42 % + Soli (die Reichensteuer lasse ich mal außer Acht) und der, der sein, vielleicht sogar nur geerbtes, Geld für sich arbeiten lässt zahlt nur 25 % + Soli - das macht keinen Sinn!
Und die Erklärung hierfür, dass liege daran, dass Kapital ja beweglich ist und sonst eben in andere Länder flüchtet, die zieht auch nicht. Man kann es nämlich einfach so machen wie die Amerikaner, jeder Staatsbürger zahlt zu Hause die Differenz zwischen der niedrigeren Auslandssteuer und der heimischen Steuer - Schwups bleibt das Kapital gleich ganz zu Hause.
Comment
von ernstwalter ernstwalter ist gerade offline | 23.9.2009 12:42 Uhr
Reichtum?
Was ist reich?
Für dem Milliardär?
Millionär?
die 100 000 im Monat verdienen?
Die ???
und was für einen Hatz IV Empfänger?
Welche Reichen sollen höher besteuert werden?
Wer ist denn nun reich??
Der erwirtschaftete Gewinn aller Arbeit sollte gerecht verteilt werden.
Das wäre dann soziale Gerechtigkeit.
Walter Wasilewski
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 23.9.2009 12:43 Uhr
Arme Linke
Die Linke glaubt, dass man die Armen reich machen kann, indem man die Reichen arm macht.
Das Ergebnis wäre, dass die ungleiche Verteilung des Wohlstandes durch die gleichmäßige Verteilung der Armut ersetzt würde.
Comment
von marel marel ist gerade offline | 23.9.2009 16:11 Uhr
Gleichheit
Gleichheit kann immer nur Gleichheit auf dem größten gemeinsammen Nenner erreicht werden. In der Bildung heißt das, der Maßstab muß an den Dümmsten geeicht werden.

Die Gleichheit in der Armut ist der zweite Schritt und die Folge. Leistungsanreize werden auch gleich abgeschafft. Aber Hauptsache für alle.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 23.9.2009 21:43 Uhr
fritz & marel
Wovon, bitte, reden Sie überhaupt? Was Sie da schreiben hat doch mit der Gegenwart, mit den Linken nichts, aber auch gar nichts zu tun.
Comment
von zurueckschnauzer zurueckschnauzer ist gerade offline | 23.9.2009 12:43 Uhr
Guter Kommentar!
Auch ich habe mich schon vor zwei Wochen über diese Plakatkombi gewundert und darüber gelacht. Zunächst dachte ich, dass bei der total heterogenen und damit ständig in sich widersprüchlichen Links PDS hätte wieder mal die eine Hand nicht gewusst was die andere macht.

Aber Ihr Kommentar hat mir die die Augen für die "wahre Dialektik" des Oskar L. geöffnet, jetzt verstehe ich das. Danke!

Reichtum ist schliesslich relativ:
Die Reichen werden eben solange besteuert und die Armen gepempert, bis alle gleich arm äh reich sind. Damit ist die Reichensteuer der natürliche Weg zum Reichtum für alle!
Aber natürlich nur für sozialistische Betonideologen oder Traumökonomen, sic!
Comment
von paetchee paetchee ist gerade offline | 23.9.2009 12:54 Uhr
Absichtliches Missverstehen ?
"Reichtum für alle" ist zu übersetzen mit "Reichtum Einzelner muss allen zu Gute kommen", also quasi "Reichtum bringt gesellschaftliche Verpflichtungen mit sich.


Ich bin kein Wähler der Linken und werde es auch nie sein, aber der Artikel ist nicht gerade eine journalistische Meisterleistung.

Kritik üben? Ja gerne! Rechnen Sie uns doch mal die Steuerpläne der Linken im Detail durch, lieber Tagesspiegel. Aber machen Sie sich nicht zum Wasserträger eine Verdummungs- und Schlagwortkultur.
Comment
von samuelrees samuelrees ist gerade offline | 23.9.2009 13:12 Uhr
@ paetchee
"Reichtum bringt gesellschaftliche Verpflichtungen mit sich."

Ach ja, welche denn?
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 23.9.2009 13:42 Uhr
@samuelrees
Grundgesetz, Art. 14(2): (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Comment
von samuelrees samuelrees ist gerade offline | 23.9.2009 13:59 Uhr
Ah ja
Mir wird immer wieder bestätigt, dass im GG viel Unsinn steht.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 23.9.2009 22:00 Uhr
@ samuelrees | 23.9.2009 13:59 Uhr
Sie irren. Nur weil Sie etwas nicht verstehen, ist es noch kein Unsinn.

Seite : 1 2 3 4 5 >> (5 Seiten)

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