Landtagswahlen : Althaus lädt SPD zu Gesprächen ein - Koalitionspoker beginnt

Nach den Landtagswahlen im Saarland, in Thüringen und in Sachsen beginnt nun der Koalitionspoker. Die Optionen sind vielfältig. Neue Bündnisse wie Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Gelb-Grün sind rechnerisch möglich. Thüringens Ministerpräsident Althaus allerdings kündigte an, so schnell wie möglich Gespräche mit der SPD aufzunehmen.

Nach den Landtagswahlen in Thüringen, in Sachsen und im Saarland treffen am Montag die Führungsspitzen der Parteien in Berlin zusammen. Gleichzeitig beginnt der Poker um mögliche Bündnisse.

Vertrackte Situation in Thüringen - Althaus lädt SPD zu Gesprächen ein

Schwierig ist vor allem die Situation in Thüringen. Sowohl die Linke als auch die SPD waren mit dem Ziel angetreten, die Regierung von Ministerpräsident Dieter Althaus abzulösen. Grundsätzlich zeigten sich beide Parteien im Wahlkampf zu einer Koalition bereit. Thüringens SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie bekräftigte allerdings am Montag seine Aussage, dass es in Erfurt keine rot-rote Landesregierung unter Führung der Linkspartei geben wird. Gleichzeitig bestand der Spitzenkandidat der Linkspartei in Thüringen, Bodo Ramelow, auf seinen Führungsanspruch bei der Regierungsbildung. Er sagte am Montag im Deutschlandfunk: "Die SPD und die Grünen müssen sich entscheiden, ob sie ein Wahlverhinderungsverein für Bodo Ramelow oder der Steigbügelhalter für eine CDU-Regierung sind."

Die offenbar unvereinbaren Positionen von SPD und Linken könnten eine Chance für die CDU sein. Ministerpräsident Dieter Althaus kündigte am Montag nach einer Sitzung des Unions-Präsidiums an, die SPD so bald wie möglich zu Sondierungsgesprächen einzuladen. Er hoffe, zügig eine stabile Regierung unter Führung der CDU zu bilden.

Rüttgers: Offen für Jamaika im Saarland

Die SPD im Saarland setzt auf eine rasche Ablösung von CDU-Ministerpräsident Peter Müller (CDU). SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas sagte am Montag in Berlin, er wolle jetzt Linkspartei und Grünen Sondierungsgespräche anbieten. Mit beiden Parteien gebe es "viele Übereinstimmungen". Maas betonte: "Ich bin zuversichtlich, dass der Wechsel im Saarland gelingt."

Möglich wäre auch eine schwarz-gelb-grüne Koalition, die der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) am Montag für das Saarland und Thüringen nicht ausschloss. Es werde Gespräche in den Ländern geben, und dabei könne "durchaus eine Kombination aus CDU, FDP und Grünen" herauskommen, sagte Rüttgers am Montag im Deutschlandfunk.

Die Grünen-Spitze steht möglichen Jamaika-Koalitionen mit Union und FDP im Saarland und in Thüringen allerdings skeptisch gegenüber. "Maßstab ist und bleibt der Inhalt", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth am Montag in Berlin. Zuvor hatte die Grünen-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Renate Künast, allen Gedankenspielen an eine Jamaika-Koalition eine klare Absage erteilt. Union und FDP entfernten sich immer weiter von den Grünen. Da brauche niemand von Jamaika zu träumen.

Tillich: Gespräche mit SPD, FDP und Grünen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hält die Koalitionsfrage in seinem Bundesland weiter offen. "Drei Parteien haben die Möglichkeit, mit mir zu koalieren, und wir werden sehen, wer das beste Angebot macht", sagte Tillich am Montag in Berlin vor einer Präsidiumssitzung seiner Partei. Die CDU in Sachsen hatte am Sonntag bei der Landtagswahl 40,2 Prozent erlangt. Damit wäre eine Koalition sowohl mit der SPD als auch mit der FDP und den Grünen möglich. Derzeit regiert in Sachsen eine Koalition aus CDU und SPD. Tillich hatte sich im Wahlkampf jedoch für ein schwarz-gelbes Bündnis ausgesprochen. (dpa/ddp)

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