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Sachsen-Anhalt-Wahlen : Alles spricht für Schwarz-Rot

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Landtagswahl können CDU und SPD ihre Koalition fortsetzen, rechnerisch ist allerdings auch eine rot-rote Koalition möglich.

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Durchatmen für die CDU. Sachsen-Anhalts CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff mit Bundeskanzerlin Angela Merkel zum Abschluss des Wahlkampfes am Freitag.
Durchatmen für die CDU. Sachsen-Anhalts CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff mit Bundeskanzerlin Angela Merkel zum Abschluss des...Foto: dpa

Aus der Wahl in Sachsen-Anhalt ging die CDU mit 32,5 Prozent als stärkste Kraft hervor. Die Linke landete laut vorläufigem amtlichen Endergebnis mit 23,7 Prozent vor der SPD, die auf 21,5 Prozent kam. Auch die Grünen zogen in den Landtag ein, FDP und NPD blieben unter der Fünf-Prozent-Hürde. CDU und SPD könnten somit weiterregieren.

Haseloff will große Koalition mit der SPD fortsetzen

CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff wertete das Ergebnis trotz Stimmverlusten als Erfolg: "Bei dieser Wahl sind auch andere Dinge als die Ergebnisse der einzelnen Parteien abgefragt worden. Aus dem Ergebnis spricht der Wunsch nach Fortsetzung der bestehenden Koalition“, sagte Haseloff in der ARD. „Es geht um die Stabilität des Landes – die Menschen wollen, dass die gute Arbeit der letzten fünf Jahre fortgesetzt wird.“ Derzeit wird das Land von einer großen Koalition aus CDU und SPD regiert - Haseloff, derzeit noch Minister für Wirtschaft und Arbeit, möchte das Werk des scheidenden Landesvaters Wolfgang Böhmer fortsetzen: „Wir wollen schnell Gespräche aufnehmen und schnell handlungsfähig sein.“

SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn hielt sich an Haseloffs Seite am frühen Abend dezidiert bedeckt: „Ich schaue mal, was heute Abend rauskommt“, sagte Bullerjahn, stellte aber auch klar: „Es wird mit uns keine Wahl eines Ministerpräsidenten von den Linken geben.“ Das legt eine Fortsetzung des schwarz-roten Bündnisses nahe, da Wulf Gallert, Spitzenkandidat der Linken, ebenfalls Führungsansprüche in einem möglichen rot-roten Bündnis anmeldete: „Der Stärkste in einer Koalition stellt den Ministerpräsidenten.“ Man wolle der SPD aber Gespräche anbieten.

Tief zerknirscht zeigte sich die FDP: „Das ist ein bitteres Ergebnis“, sagte FDP-Spitzenkandidat Veit Wolpert. Große Freude dagegen bei den Grünen: „Für mich ist das ein Abend der großen Freude Grüne Politik ist in Ostdeutschland angekommen“, so die grüne Spitzenkandidatin Claudia Dalberth in der ARD. Grünen-Parteichefin Claudia Roth sah den Erfolg der Partei in Sachsen-Anhalt auch im bundespolitischen Kontext: „Die Frage, welche Energiepolitik wir in Zukunft wollen, ist deutlich beantwortet worden. Was in Berlin in Sachen Atompolitik präsentiert wurde, dulden die Menschen nicht.“

Wahlbeteiligung über 50 Prozent

Zur Wahl in Sachsen-Anhalt aufgerufen waren rund zwei Millionen Wahlberechtigte. Um die 91 Sitze im Magdeburger Landtag bewerben sich 389 Kandidaten. Neben 13 Parteien stellen sich auch vier Einzelbewerber zur Wahl. Durch Überhangmandate dürfte der Landtag nun deutlich größer werden. Seit 2006 regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition von CDU und SPD.

Berichten zufolge beteiligten sich an der Wahl wesentlich mehr Menschen als noch 2006. Vor fünf Jahren war die Wahlbeteiligung auf das Rekordtief von 44,4 Prozent gesunken. Laut Hochrechnungen von ARD und ZDF stieg sie diesmal auf 52 bis 53 Prozent.

Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist die zweite im Superwahljahr 2011. Vor vier Wochen hatten die Hamburger ihre Bürgerschaft neu gewählt. Am nächsten Sonntag werden dann die Parlamente in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz neu gewählt.. (mit dpa/dapd)

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