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Piratenpartei

Backbord, steuerbord oder geradeaus?

Innerhalb einer Woche tauchen die beiden Vorsitzenden der Piratenpartei in der rechtskonservativen Zeitung "Junge Freiheit" in zwei Interviews auf. Fischt die Partei nach Wählern am rechten Rand?
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Wohin steuert die Piratenpartei? Interviews mit der "Jungen Freiheit" irritieren Anhänger und Experten. - Foto: dpa
Die Piratenpartei hat ihren zweiten kleinen Skandal. Vizechef Andreas Popp gab der rechtskonservativen Zeitung „Junge Freiheit“ ein Interview.

Dort geht es nicht mehr nur um kinderpornografische Seiten, sondern Popp spricht erstmals auch über Webpages mit politischen Inhalten: „Politisch unliebsame Seiten kann man nicht einfach wegzensieren“, ist seine Meinung, sicher genauso wie die der Leser.

Will die Piratenpartei kurz vor der Bundestagswahl am rechten Rand nach Stimmen fischen? Oder ist das Interview ein Versuch, mit einem kleinen Skandal mehr Aufmerksamkeit zu gewinnen?

"Ich dachte mir nichts dabei"

Nichts von alledem, behauptet Popp, nachdem Anhänger im Forum der Piratenpartei die Aktion empört als „dämlich“ und als „Dummheit“ beschimpften. Er entschuldigt sich in seinem Blog und erklärt: „Mir war die Zeitung überhaupt nicht bekannt, also dachte ich mir nichts dabei.“

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Andreas Popp, stellvertretender Bundesvorsitzende der Piratenpartei. - Foto: promo
Für Christoph Bieber, der an der Universität Giessen politische Kommunikation und Neue Medien lehrt, geht Popp hier doppelt ungeschickt vor: „Die Verteidigung ist genauso unklug wie ein Interview an jemanden zu geben, den man nicht einschätzen kann“.

Die Wellen im Forum aber glätten sich.

Soll Popp zurücktreten?

Bis ein paar Tage später ein Fragebogen in der „Jungen Freiheit“ erscheint – ausgefüllt von dem Piraten-Vorsitzenden Jens Seipenbusch. Zeitgleich verteidigt er in seinem Blog seinen Kollegen Popp. Die „Junge Freiheit“ sei eine „Zeitung, die auch diejenigen Menschen erreicht, die wir überzeugen wollen und müssen, damit die Wahlergebnisse der rechten Parteien nicht weiter steigen, sondern endlich sinken.“ Seinen Fragebogen erwähnt er nicht – der mit Antworten auf Fragen wie „Welche Musik mögen Sie?“ und „Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?“ auch keine politischen Inhalte transportiert, geschweige denn überzeugen kann.

Die Diskussion im Piraten-Forum geht also weiter: „Jetzt wird es immer abstruser“, schreibt einer, „Patzer können passieren“ ein anderer.

Mitglieder bekommen Zweifel

Jörg Kantel, einer der bedeutendsten Blogger Deutschlands und Mitglied der Piratenpartei, fordert hingegen radikal den Rücktritt Popps: „Wer in Deutschland politisch tätig sein will, der muss wissen, um was für eine nazistische Schmierenpostille es sich bei der ‚Jungen Freiheit’ handelt“, schreibt er.

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Jens Seipenbusch, der Bundesvorsitzende der Piratenpartei. - Foto: dpa
Tagesspiegel.de gesteht er aufkommende Zweifel an der eigenen Partei: „Um ehrlich zu sein: Ich hatte sie von Anfang an. Dass es allerdings so dick kommt, damit hatte ich selbst in meinen schlimmsten Befürchtungen nicht gerechnet.“ Die Zeit für einen Ausstieg sei aber noch nicht gekommen: „Ich bin 56 Jahre alt und war davon beinahe 40 Jahre Mitglied der SPD. Da habe ich vieles ausgehalten. Ich werfe daher niemals sofort das Handtuch.“

Schon vor Popp und Seipenbusch sorgten Politiker mit Interviews in der „Jungen Freiheit“ immer wieder für Entrüstung. Dazu gehören der Neuköllner Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky (SPD), Egon Bahr (SPD) – und Vera Lengsfeld. Die Berliner CDU-Politikerin steht auch sechs Jahre später noch zu ihrem Interview. „Die ‚Junge Freiheit’ gehört zum demokratischen Spektrum. Darum kann man ihr ein Interview geben“, verteidigt sie sich. Den Rückzieher Popps kann sie deshalb nicht verstehen: „Ich finde es nicht piratenmäßig, dass man da einknickt“, sagt Lengsfeld Tagesspiegel.de.

„Wir sind nicht rechts, nicht links, sondern vorne“

Was bleibt von den Interviews Popps und Seipenbuschs? Der Politik- und Medienexperte Bieber sieht in der verstärkten Medienpräsenz keinen Vorteil: „Die Kommunikation mit rechtsextremen Vertretern oder Medien ist in Deutschland hochgradig gefährlich.“ Auch sieht er in der Partei keine Alternative für rechte Wähler: „Nur wegen der Zensur politischer Seiten? Nein. Die Rechten positionieren sich nicht auf Internetseiten mit ihren fremdenfeindlichen Parolen. Das passiert anderswo.“

Auch könne man keine Rückschlüsse auf die ideologische Position der drei Jahre alten Partei ziehen. „Ich glaube, es ist noch zu früh, die Piratenpartei ideologisch einzuordnen. Eine Partei, in der am Tag zwischen 80 und 100 neue Mitglieder eintreten, muss sich erst noch finden.“ Mitglieder der Piratenpartei sagen übrigens selbst: „Wir sind nicht rechts, nicht links, sondern vorne“, was nach Meinung des Bloggers Jörg Kantel aber „an Dämlichkeit kaum zu unterbieten ist.“

Nur ein Fettnäpfchen?

Biebers Sichtweise ist schlicht: „Da ist man in ein böses, rechtes Fettnäpfchen getreten und damit muss man nun kämpfen. Und wir sehen ein Phänomen in umgekehrter Weise: was passiert, wenn sich eine aus dem Internet kommende Partei mit den alten Medien auseinandersetzen muss – im Vergleich zu dem, wenn die alten Parteien ins Internet gehen.“

Andreas Popp und Jens Seipenbusch wollen sich zu den Interviews nicht mehr äußern. In ihren Blogs sei dazu bereits alles gesagt. Das Presseteam kündigt aber an: „Nach der Wahl soll die Basis in einer Umfrage entscheiden, ob man solche Interviews weiterhin gibt. Jetzt müssen wir uns um andere wichtige Projekte kümmern.“

Dennoch: Die Interviews der Piratenpartei bleiben im Netz. So will es ihr Parteiprogramm.

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Comment
von Aussenstehender Aussenstehender ist gerade offline | 22.9.2009 13:47 Uhr
Weglaufen und Verteufeln
Politiker verlassen reihenweise TV-Studios, wenn ein (gewählter!) NPD-Vertreter spricht und wenn ein Parteivertreter mit einer Zeitung vom rechten Rand spricht, ist das ein Skandal. Sieht so heutige Politik aus?

Sollte es demokratischen Parteien nicht möglich sein, sich mit dem Problem Rechtsradikalismus inhaltlich auseinanderzusetzen? Nein, weglaufen und verteufeln ist einfacher. Und so freut man sich im braunen Lager, dass man ohne eigene Konzepte immer wieder in der Zeitung auftaucht.

Nichts in dem Interview deutet auf eine rechte Gesinnung des Herrn Popp oder der Piratenpartei hin. Aber es ist heute offensichtlich völlig uninteressant, WAS man sagt. Entscheidend ist, WEM man etwas sagt. Gerade der aktuelle Wahlkampf zeigt uns, dass Inhalte praktisch keine Rolle mehr spielen. Kein Wunder, dass kaum noch jemand einen Unterschied zwischen den etablierten Parteien wahrnimmt. Ein TV-Duett ohne Aussagen ist der Höhepunkt des Wahlkampfes.

Und wenn die Wahlbeteiligung sinkt oder Extremisten gewählt werden, dann sind die Menschen politikverdrossen. Schöne einfache Welt...
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von B_H B_H ist gerade offline | 22.9.2009 17:28 Uhr
Achtung, Achtung,
auch ich lese hin und wieder die Junge Freiheit und lobe sie auf Rückfrage dafür, dass zunehmend weniger krudes rechtes Zeug in ihr enthalten ist und sie nicht mehr so hyperaggressiv auftritt.

Man sollte also langsam akzeptieren, dass die Junge Freiheit mittlerweile eine gute Wochenzeitung geworden ist. Selbst Die Zeit bezeichnet sie nicht mehr als rechtsradikal, sondern nun als rechtslastig, und rechtslastig ist so in Ordnung wie linkslastig oder wischi-waschi-liberal, z. B. oft der Tagesspiegel, weniger Die Zeit.

Die Junge Freiheit befindet sich also nicht am rechten Rand, sondern irgendwo in der rechten Mitte, was auch immer das politisch bedeuten mag, vor allem nachdem wir seit vier Jahren von der Verbindung der rechten Mitte mit der linken Mitte regiert worden sind.
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von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 22.9.2009 18:58 Uhr
Eine Verkommene Gesellschaft mit doppelter Moral!
'Wieviel Meinungsfreiheit kann eine demokratische Gesellschaft aushalten? Anscheinend Keine!

Medien unterstützen den Mainstream und definieren über eine Hygieneverordnung die Reinhaltung der Sprache. "Autobahn" geht gar nicht! Keine Witze über Minderheiten. Gewalt in Videospielen wird verteufelt, reale Kriegsschauplätze mit verstümmelten Leichen aber gezeigt!!!!

Die Freiheit und Demokratie erstickt in dieser doppelten Moral, die die "korrekten" Politiker über Ihre Aufsichtsfunktionen den Medien vorgeben!"
Und alle fallen darauf rein.

Wenn ich nicht den Dialog zu Andersdenkenden suche, wie denn sonst? Sollen wir den Andersdenkenden mit Waffengewalt unsere (vorgegebenen) "Manieren und Moralvorstellungen" beibringen? Das hatten wir doch schon!

Wir müssen miteinander reden und aufklären! Wenn Sie mir eine bessere Lösung anbieten können, gerne!

Dieses Land ist hochgradig krank, ja eher neurotisch!

Ich möchte das an eigenem Beispiel verdeutlichen: Als Mitglied eines "neutralen" Vereins (Aua, mache ich mich jetzt angreifbar?), der sich mit den Grundrechten des Bürgers befasst.(Ja, manchmal fühle ich mich schlecht, weil ich mich auf die Verfassung bzw. das Grundgesetz berufe!),

.... also, als Mitglied eines neutralen Vereins haben wir alle Fraktionen in unserer Stadt eingeladen, an unserer Gesprächsrunde teilzunehmen.

Nur eine!! Partei hat geantwortet und hat ihren Vorsitzenden zur Gesprächsrunde gesandt. Von den anderen hat es niemand für nötig gehalten, auf unsere Einladung zu reagieren.

Was meinen Sie denn, wer gekommen ist? Richtig! Ein Abgesandter der Republikaner. Selbstverständlich haben wir mit ihm diskutiert!

Was sagt uns das: Nicht links, nicht rechts, nicht geradeaus. Sondern verlogen, von Zwängen gesteuert und auf Unterdrückung der Freiheit ist unsere Politik aus. Es wird nur die gewünschte und der political Correctness genehmen Meinung zugelassen.

... 2

Comment
von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 22.9.2009 19:13 Uhr
... Teil 2
Und wenn ich hier in Deutschland nicht ein intaktes zwischenmenschliches Netzwerk hätte, hätte ich dieses Deutschland schon lange verlassen.

Nicht weil es woanders besser ist, aber weil ich woanders nicht immer an diese bis zur Pervertierung ausufernde Doppelmoral erinnert werde und an diesen gleichmütigen Michel, der sich nicht wehrt. Weil diese Doppelmoral meine Lebensqualität beschneidet, meinen Geist mit Unmut besetzt und mir immer meine Ohnmächtigkeit vor Augen führt.

Sicher hat die Piratenpartei noch nicht die politische Vielfalt erreicht. Aber auch die anderen Parteien bieten immer nur Teilaspekte, mit denen ich mich identifizieren könnte. Und nach der Wahl kommt das große Erwachen.

... meine Devise, ich wähle eine der kleineren Parteien, damit die auf die "Großen" aufpassen!

ro
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von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 22.9.2009 14:08 Uhr
Die Junge Freiheit...
... ist rechts-konservativ und vor allem Demokratisch und gegen jegliche Form und Faschismus und Tyrannei!

Die Themen, die die Piraten ansprechen sind für jeden relevant! Der versuch die Piraten nun in die rechtsextreme Ecke zu stellen und darüber zu legitimieren ist mehr als durchschaubar und auch extrem billig.
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von liberalgeist liberalgeist ist gerade offline | 22.9.2009 14:34 Uhr
@Niels.Aran
Danke! Die JF so zu verhetzen, als ob es sich um das verfassungsfeindliche "Neue Deutschland", die "NationalZeitung" oder die ebenfalls grenzwertige linke Spießerpostille "taz" handelt, ist, wie Sie sagen, billig und durchschaubar. Jeden in die Nazi-Ecke zu stellen, der sich gegen das gescheiterte Multikulti ausspricht und einfach mal Dinge beim Namen nennt, ist unfair. Klar, die Positionen der JF gefallen nicht jedem. Aber Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, auch für diese lächerliche Piratenpartei. Intern Mitgliedern Interviews mit mißliebigen Presseorganen zu untersagen, spricht dafür, daß etwas mit der demokratischen Binnenstruktur dieser Partei nicht stimmt. Im Gegensatz zur JF sollte man vielleicht mal diese Partei genauer unter die Lupe nehmen. Oder es auch lassen, denn sie werden ohnehin in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
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von metua metua ist gerade offline | 22.9.2009 15:03 Uhr
@liberalgeist
sie haben die grenzwertige Financial Times Deutschland vergessen, diese Marktextremisten...lach
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von dollareyes dollareyes ist gerade offline | 22.9.2009 15:09 Uhr
und tschüß!
das sie taz und nationalzeitung auf eine stufe stellen disqualifiziert ihren beitrag und die anderen darin enthaltenen (teilweise richtigen) punkte
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von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 14:12 Uhr
Geradeaus!
Ich finde es gut, daß sich die Piratenpartei nicht gleich in ein Rechts-Links-Schema pressen lassen will. Das ist politisch seit langem überholt.

Die heutigen Herausforderungen verlangen ein viel differenzierteres und flexibeleres Handeln als mit den primitiven Rezepten von Rechten und Linken.
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von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 22.9.2009 16:56 Uhr
Ihnen ist aber schon klar...
das Rechts und Links im politischen Spektrum auch etwas mit Inhalten zu tun haben? Und wenn Sie und andere Piraten finden das politische Inhalte überholt sind, dann sollten sie sich vielleicht auch weiterhin nicht mit Politik auseinandersetzen, sondern weiter mit ihrem Elektronik Baukasten spielen.
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von pizza pizza ist gerade offline | 22.9.2009 17:38 Uhr
Und Ihnen ist aber schon klar
das wir nicht in einer eindimensionalen Welt leben?
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von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 22.9.2009 23:21 Uhr
Ja....
und das ist mir wahrscheinlich sogar sehr viel klarer, als Sie denken.
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von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 18:28 Uhr
Karussellpferdchen
Wessen politische Weltsicht auf rechts oder links beschränkt ist, der läuft wie ein Karusselpferdchen immer im Kreis und kommt niemals vom Fleck.

Ob der richtige Weg nach rechts, links, vorwärts, rückwärts, nach oben oder unten führt, hängt im wirklichen Leben immer von der Position ab, in der man sich gerade befindet. Das gilt auch für ein ganzes Land.
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von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 22.9.2009 23:39 Uhr
So einfach ist es nicht...
denn auch wenn es Ihnen noch nicht klar ist: Rehts und Links stehen im politischen Spektrum nicht Zwangsläufig für Räumlichkeit, sondern eher für bestimmte Inhalte.
Und bestimmte Inhalte sind für mich untragbar. Dazu gehören für mich ganz klar Dinge wie Rassismus, Homophobie, Fremdenfeindlichkeit, Asozialität (die von der FDP und Teilen der CDU häufiger auch als Freiheit bezeichnet wird, oder auch Eigenverantwortlichkeit - Wo stehen dabei eigentlich die Piraten?), Nationalismus, also Dinge , die politisch eher Rechts einzuordnen sind.
Sich nicht dazu zu positionieren und auch ganz klar dagegen zu positionieren führt nicht einmal im Kreis, es führt nur nach Hinten, denn es ist so charakterlos, das es keine Widerstandskraft gegen Rechts in sich trägt.
Dasselbe gilt auch für einige Positionen vom Linken Rand. Tut mir leid, aber wer sich nicht positioniert, wer zu feige ist Positionen schützt einzig und allein radikale Kräfte. Und da spielt es keine Rolle, ob dieses die Positionen von Rechten, Linken oder Kinderschändern sind.
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von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 22.9.2009 19:24 Uhr
Programm? Inhalte?
... Inhalte? Bei unseren Parteien?
Vielleicht verfügen Sie über andere intellektuellen Fähigkeiten als ich und können zwischen den Zeilen der Parteienprogramme lesen. Ich erkenne nur Widersprüchliches, Bildung und Kultur als Investition für eine "bessere" Welt wird außen vorgelassen und nach der Wahl müssen die Schäden der Vorgänger "zwangsweise" repariert werden!

Wenn Sie das meinen, ja das ist Programm!

ro
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von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 22.9.2009 23:48 Uhr
Ich behaupte ja nicht...
das ich mit allem zufrieden bin, was in diesem Land geschieht (ich versuche im Kulturbetrieb zu überleben - eine wahrhaft heikle Angelegenheit), aber ich weiß auch, daß Politik zumeist aus Kompromissen besteht. Wichtig ist allerdings, das man zumindest eine grundlegende Ahnung davon hat, in welche Richtung man gerne würde.

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von uvloff uvloff ist gerade offline | 22.9.2009 14:14 Uhr
Jetzt kommen die Gutmenschen wieder aus den Löchern ...
... gekrochen und versuchen abweichende Meinungen sowie Konkurrenz mit dem Vorwurf "ihr seid Rechte" anzugreifen. Dieses Land ist krank.
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von karnival karnival ist gerade offline | 22.9.2009 16:10 Uhr
Quatsch mit Soße
Jetzt kriechen wieder die Carl Schmitt und Ernst Jünger- Jünger aus ihren heidnischen Rattenlöchern und polemisieren gegen den "Liberalextremismus" in dem naiven Glauben, ihre Meinungsfreiheit würde eine "konservative Revolution" überdauern.
Genauso wie soziale Demokraten die Grenze hin zum Totalitären ziehen müssen, obliegt es auch einem konservativen Demokraten, sich von den Verächtern dieser Staatsform ("Schwatzbuden")weder instrumentalisieren zu lassen, noch in ihnen einen Verbündeten zu sehen.
Frei nach Churchill: wer in der Jugend kein Sozialist ist, hat kein Herz, wer im Alter kein Republikaner ist, hat kein Verstand- aber wer gegen die Demokratie ist, der ist bereits klinisch tot.
Comment
von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 22.9.2009 19:28 Uhr
Leider!
... es ist sehr krank und neurotisch!

ro
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von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 22.9.2009 14:17 Uhr
Viel Lärm um nichts
Liest man sich das Interview mit Popp durch, ist weder an den Fragen noch an den Antworten irgendetwas auszusetzen - nicht das Geringste! Ja, man könnte so gar so weit gehen, zu sagen, dass das Interview an politischer Korrektheit kaum zu überbieten ist. Das rechtskonservative Blatt bewegt sich, wie diesmal V. Lengsfeld richtig bemerkt, durchaus noch im demokratischen Bereich und darf daher keiner irgendwie gearteten Zensur unterliegen.
Der Piratenpartei ist aber dringend zu empfehlen, sich Jörg Kantels zu entledigen - am besten, sie schicken den aufgeregten Moralisten zur SPD zurück. Allerdings muss er auch dort aushalten, dass einige Genossen der Jungen Freiheit Interviews geben.
Das allerletzte, was Deutschland gebrauchen kann, ist eine weitere Ideologie-Partei mit Tabus und Denkverboten.
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 22.9.2009 14:21 Uhr
es ist
schon merkwürdig in welchen Kreisen dieser Haufen versucht zu fischen, angefangen von einem verdächtigen Kinderpornobenutzer bis hin zum braunen Haufen.
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 22.9.2009 15:08 Uhr
@uwe
Klar, jeder der gegen diese Netzsperre ist, ist automatisch ein verdächtiger Kinderpornobenutzer. Und wer einer rechts-konservativen Zeitung, die eindeutig nichts rechtsextrem ist ein Interview gibt, der muss rechtsextrem sein.

Das sind einfach nur platte Delegitimationsversuche! Würde ich danach gehen und die ganzen Skandale und Skandälchen der großen Volksparteien (Schwarze Kassen, nicht angegebene Spenden, Korruption, etc.) könnte man diese getrost als kriminelle Vereinigungen bezeichnen.

Also bitte erst mit den Piraten und der Jungen Freiheit beschäftigen und nicht irgendwelche Plattitüden schwingen.
Comment
von fsiggi fsiggi ist gerade offline | 22.9.2009 15:31 Uhr
Ach ja?
Die SPD hat der Jungen Freiheit doch auch Interviews gegeben. Schon merkwürdig, dass die SPD in dem braunen Haufen wühlt, oder?
Comment
von dinsdale dinsdale ist gerade offline | 22.9.2009 14:26 Uhr
Das war wohl auch kaum anders zu erwarten....
...von einer Partei, deren Mitglieder zwar bloggen wie die Weltmeister, aber leider oft genug auch auch genauso flapsig und unpräzise im formulieren sind, wie das in Internetforen so an der Tagesordnung ist.
Auch wenn mir durchaus viele der Forderungen sympatisch sind, letztlich ist die Partei zu einseitig um ein wirkliches Gewicht zu erhalten ( meines Erachtens). Ich kann mir allerdings vorstellen, das daraus vielleicht mal wirklich eine "seriöse" Partei wird, die mehr als ein Thema beackern kann...Wenn man sich die Grünen in ihren Anfängen anschaut, liegt man ja auch vor lachen unterm Tisch.

mfg,
Dinsdale

Comment
von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 15:16 Uhr
@dinsdale
Würden die Grünen noch in ihren Anfängen stecken, hätten sie die radikalen Forderungen der Piraten sicher gleich mit ins Programm genommen. Auf dem Weg zur seriösen Partei, müßen die Forderungen natürlich mit der Wirklichkeit abgeglichen werden. Daß die Grünen die Themen nicht rechtzeitig aufgenommen haben, zeigt ihren Alterungsprozeß.

Im Vergleich zu den Anfängen der Grünen ist das Themenspektrum der Piraten sehr eng. Es ist wichtig die Themen endlich kompetent auf die Tagesordnung zu bringen.

Ob das Themspekturm ausreicht, damit die Piraten damit auf dauer über 5% bleiben glaube ich eher nicht. Vielleicht werden sie irgendwann mit den Grünen fusionieren und den Grünen damit eine Frischzellenkur verpassen.
Comment
von dinsdale dinsdale ist gerade offline | 22.9.2009 16:02 Uhr
@marel
Also dass die Piraten mit den Grünen fusionieren wünsche ich ihnen eher nicht. Zu hoffen wäre eher, das noch die nicht-saturierten der Grünen zu den Piraten hinzustossen, und dem ganzen dann vielleicht ein weniger schmalspuriges Themenspektrum bereiten. Na, warten wir's mal ab. Die Grünen haben auch mind. 5 Jahre gebraucht, bis sich denn die 5% geknackt haben (wenn man die Vorgeschichte berücksichtigt).

mfg,
Dinsdale
Comment
von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 16:40 Uhr
Grüne oder gelbe Piraten?
Daß einige "nicht-saturierte" Grüne zu den Piraten stoßen werden, ist sicher ein erlaubter Blick in die Zukunft.

Verläufig erweiteren die Piraten das gemeinsame Wählerpotential sicher um zahlreiche Protestwähler. Grüne 10% und Piraten > 5% ist sicher nicht ganz unrealistisch.

Die Protestwähler wandern aber wieder ab, wenn sich die Piraten etablieren. Wenn sich Grüne und Piraten die 10% der verbleibenden Wählerschaft teilen müssen, freuen sich die anderen. Dann wäre meine Prognose Grüne 7% und Piraten 3%.

Die dann "etablierten" Politiker der Piraten in den Parlamenten werden sich einen neuen Brotgeber suchen müssen, wenn sie unter 5% landen. Die liberalen Alternativen sind dann FDP und Grüne.
Comment
von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 22.9.2009 17:02 Uhr
Ich bezweifle....
das Grüne und Piraten derzeit dieselben Wäher haben. Eine Partei die die JF hoffähig macht, dürfte für kaum einen Grünen Wähler wählbar sein.
Comment
von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 17:45 Uhr
Da hat Dinsdale Recht
Auch da hat Dinsdale Recht, was die Parallelen zwischen der Geschichte von Grünen und Piraten angeht.

Auch bei den Grünen sammelten sich zu Beginn alle möglichen Leute. Vor den ersten Wahlen wurden Vorwürfe des Rechtsextremismus gleichzeitig ausgschlachtet mit Vorwürfen des Linksextremismus. Im Vergleich sind die Piraten fast schon auf einer paradisischen Insel gelandet.

Das wäre in sofern ein schlechter Beleg, für die These eines anderen Wählerspektrums. Vielleicht ist bei den Piraten der Anteil männlicher Wähler höher.
Comment
von Conos Conos ist gerade offline | 22.9.2009 14:36 Uhr
Lächerlicherlich..
Für mich ist diese ganze Aufregung reiner Wahlkampf.

Zu dem finde ich ist die Forderung nach einem Verbot der NPD gleichbeutend mit der Sperre von Kipo-Seiten.
Nur weil man etwas totschweigt verschwindet es nicht.
Verbietet man die NPD gehen sie eben zur DVU oder sonst einer radikalen Partei. Verbietet man alle gründen sie eine neue.

Und warum soll man nicht versuchen rechte Wähler wieder auf den Pfad der Demokratie zu bekommen? Besser als über so ein Blatt kann man sie gar nicht erreichen.

Möchte mal wissen was in manchen Köpfen vorgeht.

Und das ich als jemand der eher der sich politisch irgendwo zwischen linken und grünen sieht.

Die Piratenpartei ist die erste Partei der ich beigetreten bin und ich bin doch enttäuscht wenn sich unsere Führung so kleinlaut runterbuttern lässt und dieses Interview als Fehler eingesteht.

Man hätte klar und deutlich sagen müssen, dass man dafür einsteht. Schließlich ist die freie Meinungsäußerung eines unserer Hauptthemen.

Stefan
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 22.9.2009 15:02 Uhr
conos
eigentlich kann man mal sehen, wie weit Ihr politisches Wissen. Sie erzählen was von Meinungsfreiheit. Meinen Sie ernsthaft das dieser braune Haufen überhaupt weiss, was Meinungsfreiheit ist?. Die nutzen die doch nur für ihre Zwecke aus. Bevor Sie solch Äusserungen hier machen sollten Sie sich erstmal damit befassen.
Comment
von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 22.9.2009 20:25 Uhr
Meinungsfreiheit ohne Wenn und Aber!
... als Grundvoraussetzung der Demokratie, als verfassungsmäßiges Grundrecht des Bürgers gegen die Staatsgewalt!

Lieber @uwemohrmann,

... meinen Sie, dass ein "brauner Haufen", der angeblich nichts von Meinungsfreiheit versteht, von dem Sie angeblich etwas verstehen, damit begegnen, dass sie ihm gerade dass, wovon Sie angeblich etwas verstehen, vorenthalten?

War Ihnen das jetzt zu kompliziert?

Na gut, jetzt einfach: Das ist Ausgrenzung und Zensur!
Wobei ich beides einer Zivilisation nicht für würdig halte!

(Da sind für mich Ihre Klimakommentare nachvollziehbarer!)

... und bitte nicht immer andere persönlich angreifen, die sich angeblich mit etwas nicht befassen!

Gruß ro

Comment
von Winston_Smith Winston_Smith ist gerade offline | 14.10.2009 10:35 Uhr
Recht auf freie Meinungsäußerung
Ich finde Ihren Ton zwar ziemlich daneben, möchte aber dennoch kurz etwas zu diesem Thema sagen: Den meisten Piraten ist durchaus bewusst, dass die sogenannten Nationalisten, denen wir selbstredend auch ein Recht auf freie Meinungsäußerung einräumen, dieses Recht für andere sofort abschaffen würden, wenn sie es könnten. Dennoch sind wir der Meinung, dass man nationalistischem Gedankengut eher mit Gegenargumenten als mit Verboten begegnen sollte.

Denn bestimmte Rechte nur einem Teil der Bevölkerung zuzugestehen, ist immer mit Problemen verbunden. Denn wo soll man die Grenze ziehen? Wenn ich mich von IHNEN bedroht fühle, darf ich IHNEN dann auch Rechte entziehen?
Comment
von Conos Conos ist gerade offline | 22.9.2009 15:12 Uhr
Korrektur
Scheint sich mein Kopf wohl grad etwas gewunden zu haben:

"Und das sage ich als jemand, der sich politisch irgendwo zwischen Linken und Grünen sieht. "

So sollte das aussehen ;)
Comment
von misanthrop misanthrop ist gerade offline | 22.9.2009 14:43 Uhr
Keine Nazipostille!
Die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT ist weder eine "nazistische Schmierenpostille" noch verbreitet sie rechtsextremes Gedankengut. Sie bietet allerdings denen ein Forum, die sich der linken Grundströmung widersetzen und sich von politisch-korrekten Blockwarten nicht das Denken verbieten lassen wollen. Wie wärs mal mit Selberlesen statt pawlowschen Reflexen.
Comment
von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 15:51 Uhr
Keine Nazipostille, oder doch?
Sicher wird die JUNGE FREIHEIT von Nazis gelesen und Leuten, die ihrem Gedankengut nahestehen, aber natürlich auch von Leuten, die noch klar zur Demokratie stehen.

Wenn z.B. heute irgendeine österreiche Lokalwahl auf die Titelseite Erwähnung findet, bei der eine rechtspopulistische Partei herausragend abschneidet, spricht das eine klare Sprache.

Es besteht grundsätzich die Gefahr, daß sie den Nazis neue Personenkreise zuleitet, insbesondere aus den wichtigen gebildeteren Schichten. Gleiche Konstallationen ergeben sich am linken Rand, wo bei uns wieder eine Partei regieren darf, der Mitglider in der Vergangenheit einen Unrechtsstaat mitgetragen hat.

die JUNGE FREIHEIT bewegt sich aber behördlich bestätig auf dem Boden der Verfassung. Soviel Presse-Freiheit muß Demokratie aushalten, wenn sie ihrem Anspruch gerecht werden will. Genauso gibt sie aber auch die Freiheit, das Blatt als Nazipostille abzustempeln.

"Ich teile zwar nicht Ihre Meinung, aber ich verteidige ihr Recht, sie äußern zu dürfen." Das ist Demokratie, das macht sie so erfolgreich.
Comment
von misanthrop misanthrop ist gerade offline | 22.9.2009 16:11 Uhr
Nazis lesen keine JF
Nazis und wenig gebildete Schichten lesen bestimmt nicht die JUNGE FREIHEIT. Dafür sind die Artikel viel zu lang und zu anspruchsvoll. Die meisten Leser der JF haben übrigens Abitur bzw. sogar einen Hochschulabschluß.
Eine rechtspopulistische Partei (wenn sie es denn überhaupt ist) ist auch noch lange keine rechtsextreme Partei. Und daß die "LINKE" eine linkspopulistische Partei ist, stört ja auch nur wenige.
Comment
von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 16:46 Uhr
Das Klischee vom dumpbackigen Nazi
Wer sagt denn, daß es keine gebildeten Nazis gibt?

Der dumpfbackige Nazi ist doch auch nur ein Klischee. Das Spektrum hat sich doch gerade in den letzten Jahren begonnen zu wandeln und damit auch bedrohlicher zu werden, weil es neue Schichten erobert. Ob die JF daran einen Anteil hat, kann ich nicht beurteilen. Denkbar wäre es.
Comment
von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 22.9.2009 17:07 Uhr
Einiges spricht gegen intelligente Nazis...
... eigentlich sogar alles. Wer glaubt, das NAzis auch intelligent sein könnten, der glaubt vermutlich auch, das die erde eine Scheibe sit und ddas der Storch die Babys bringt.
Comment
von marel marel ist gerade offline | 22.9.2009 17:47 Uhr
Intelligenz und Moral
Er glaubt vor allem, daß Intelligenz und Moral nicht zwangsläufig zusammenhängen.

Seite : 1 2 3 >> (3 Seiten)

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