Wahlforscher Jung : Steinbrück braucht mehr Rückhalt

Für Matthias Jung, den Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, ist Peer Steinbrück nicht unbedingt der klare Favorit im Kampf um die Herzen und Stimmen der Wähler - die Kanzlerin startet von einer besseren Position.

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Für Matthias Jung, den Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, ist Peer Steinbrück nicht unbedingt der klare Favorit im Kampf um die Herzen und Stimmen der Wähler. „Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück wären etwa mit den gleichen Erfolgschancen an den Start gegangen, was die Wählergunst angeht“, sagte er dem Tagesspiegel. Die Popularitätswerte seien quasi identisch. Ob Steinbrück auf einen Wahlsieg gegen Angela Merkel hoffen kann? „Es kann niemand ein Jahr vor der Wahl seriös sagen, welche Chancen Steinbrück gegen Merkel hat“, sagte der Wahlforscher. Da könne noch viel passieren, die Wähler schwankten immer stark in ihrer Gunst für Parteien und Personen. „Allerdings startet Merkel von einer deutlich besseren Position.“ Die Kanzlerin habe bei ihren Anhängern sehr viel stärkeren Rückhalt als Steinbrück bei den SPD-Anhängern. Auch beim politischen Gegner sei sie leidlich gelitten, während Steinbrücks Reichweite ins Lager der Union sehr begrenzt sei. „Das wird sich auch nicht dadurch ändern, dass Frank-Walter Steinmeier jetzt aus dem Rennen ist“, urteilte Jung. „Die SPD und Steinbrück haben nur dann eine Chance, wenn die Partei ein Maximum an Geschlossenheit und Solidarität mit ihrem Kanzlerkandidaten vermittelt.“ Das müsse sie in den nächsten Monaten beweisen. Wenn es zu viel interne Kritik gebe und diese an die Öffentlichkeit komme, werde es Steinbrück gegen Merkel sehr schwer haben. elsi

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