Politik : Wahlkampf: Auch PDS mit Kampa

Cordula Eubel

Eines hat die PDS jetzt mit anderen Parteien gemeinsam: eine eigene Wahlkampfzentrale in Berlin. Von hier wollen die PDS-Parteistrategen den Bundestagswahlkampf bis zum 22. September führen. "WahlQuartier 2002" steht in rot-weißen Buchstaben auf den Fenstern, die bis zum Boden reichen. "Wir läuten die nächste Phase des Bundestagswahlkampfes ein", sagte Parteichefin Gabi Zimmer.

Bereits bei der Berlin-Wahl habe man gute Erfahrungen mit dem Gysi-Hauptquartier gemacht. Aus dem Wahl-Quartier in der Wilhelmstraße mitten im Regierungsviertel will die SED-Nachfolgepartei Kampagnen startet, wie etwa zur Einführung der Vermögensteuer. "Das können Aktionen auf der Straße sein, vielleicht auch Unterschriftenlisten", sagte Zimmer. Offensiver Wahlkampf solle vor allem in den neuen Bundesländern gemacht werden, wo die PDS auch Erstwähler gewinnen will. Doch im Westen habe man noch eine "langen Weg" vor sich.

Die Parteichefin gibt sich dennoch kämpferisch: "Wir wollen im Osten stärkste Partei werden." Im Westen Deutschlands wolle man den Stimmenanteil auf zwei Prozent verdoppeln. Bundesweit sehe sich die Partei stabil bei sechs bis sieben Prozent. "Wir können davon ausgehen, dass wir am Wahlabend nicht zittern müssen", sagt Zimmer.

Doch noch dreht sich in der Wahlkampfzentrale alles um Sachsen-Anhalt. An den Wänden hängen Plakate mit der dortigen Spitzenkandidatin Petra Sitte. "Noch nie ist ein Wahlergebnis mit mehr Spannung erwartet worden", sagte der Vorsitzende der PDS-Bundestagsfraktion, Roland Claus. Er forderte eine klare Koalitionsaussage der SPD. Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) lehnte am Montag abermals eine Koalition unter Führung der PDS ab. "Eine solche Regierung ist weder mit mir noch mit der SPD zu machen", sagte Höppner der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir sind in Sachsen-Anhalt die berechenbarste Größe", sagt Claus, der als möglicher Ministerpräsident für das Bundesland ins Spiel gebracht worden ist. "Ich denke, dass es ausgeschlossen ist, dass die SPD einen Ministerpräsidenten stellt, wenn die PDS stärker ist", gibt sich Claus kämpferisch. Doch bisher habe seine Partei erst in einer von mehreren Umfragen vor den Sozialdemokraten gelegen. In jüngsten Umfragen liegt die SPD bei 25 Prozent, dicht gefolgt von der PDS mit 23 Prozent. Vorn liegt allerdings die CDU mit zuletzt 32 Prozent.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben