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Wahlkampf in den USA : Romney wird Präsidentschaftskandidat der Republikaner

„I won them all“: Nach seinem Sieg in drei Vorwahlen ist Mitt Romney die Nominierung zum Herausforderer des Amtsinhabers Barack Obama nicht mehr zu nehmen, analysiert unser USA-Korrespondent.

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Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dapd
03.05.2012 12:34Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus.

Ab einem gewissen Zeitpunkt lassen sich die Gesetze der Mathematik selbst mit viel Pathos nicht mehr aushebeln. An solch einem Punkt ist der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner angelangt. Mitt Romney hat alle drei Vorwahlen in der Nacht zu Mittwoch gewonnen: in der Hauptstadt Washington DC, in Maryland und in Wisconsin. Ihm ist die Nominierung zum Herausforderer des Amtsinhabers Barack Obama nicht mehr zu nehmen. Nach gut der Hälfte der Vorwahlen hat er sich mehr als die Hälfte der 1144 Delegiertenstimmen gesichert, die er beim Parteitag Ende August benötigt. Er hat nun deutlich über 600 Delegierte. Der Nächstplatzierte Rick Santorum kommt nicht einmal auf halb so viele.

So trat ein überglücklicher und selbstsicherer Romney bei der Siegesfeier in Milwaukee ans Mikrofon. Er machte Scherze darüber, dass ihn ausnahmsweise nicht seine Frau Ann vorstellte, sondern der Abgeordnete Paul Ryan. Der werde Anns Platz an seiner Seite freilich nicht auf Dauer einnehmen.

An diesem Abend aber passte ihm Ryan gut ins Konzept. Der 42-Jährige ist gleichermaßen ein Lokalmatador in Wisconsin und ein nationaler Jungstar. Sein Name steht für die Sparpläne („Ryan-Budget“), mit denen die Republikaner die Staatsfinanzen sanieren wollen. Er genießt zudem große Sympathien in Tea-Party-Kreisen, die Romney weiter mit Distanz betrachten. Manche handeln Ryan bereits als Romneys Vizepräsidentschaftskandidaten.

Für eine Rede, die eigentlich den Entscheidungsmoment der Kandidatenkür markieren sollte, sprach Romney zu wenig staatsmännisch und flüchtete sich wieder einmal in unnötig scharfe Polemik gegen Obama. Der Präsident glaube wohl wirklich, dass er gute Arbeit leiste, spottete er. Das zeige freilich nur, dass er zu viel an Bord seines Flugzeugs „Airforce One“ verbringe und den Kontakt zur Wirklichkeit verloren habe. Obamas historische Leistung bestehe allein darin, dass Amerika unter ihm mehr Arbeitsplätze verloren habe als je zuvor seit der Großen Depression.

Den auf diesen Vorwahltag gemünzten machtpolitischen Kernsatz der Rede jedoch verwandelte Romney so kurz, knapp und kaltblütig wie ein nervenfreier Schütze den Elfmeter. Oder ein Manager, der an die absolute Überzeugungskraft von Zahlen glaubt: „I won them all!“

Wer will seinen Griff nach der Kandidatur nach dem jüngsten 3:0-Erfolg noch stoppen? Und wie soll das vor sich gehen?

Rick Santorum blieb angesichts der schieren Macht der Zahlen nicht viel mehr als Durchhalteparolen. „Es ist erst Halbzeit“, versicherte er. Niemand dürfe das Rennen für beendet erklären, wenn erst die Hälfte der Wähler um ihre Meinung gefragt worden sei. Das wirkte ein wenig lahm. Jeder Interessierte kann die Delegiertenstatistik lesen und zudem seine Schlüsse aus dem Verlauf der bisherigen Vorwahlen für die noch ausstehenden Abstimmungen ziehen. Wenn Santorum in der ersten Halbzeit nicht einmal halb so erfolgreich war wie Romney, was spricht dann dafür, dass er das Blatt in der zweiten Halbzeit wenden kann?

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