Wahlkampf in Hessen : Fischer drischt auf Koch ein

Das Wahlkämpfen hat Joschka Fischer nicht verlernt - sehr zur Freude der hessischen Grünen. Kurz vor der Landtagswahl rührte der frühere Außenminister kräftig die Werbetrommel für seine Partei - und schlug vor allem auf Hessens Regierungschef Roland Koch ein.

Joschka Fischer im Wahlkampf
Joschka Fischer im Wahlkampf: Der ehemalige Bundesaussenminister spricht auf einer Veranstaltung der hessischen Grünen. -Foto: ddp

WiesbadenUnter begeistertem Beifall der gut 1000 Gäste im prunkvollen Friedrich-von-Thiersch-Saal im Wiesbadener Kurhaus prangerte Fischer vor allem Kochs Aussagen zu kriminellen ausländischen Jugendlichen an: Wenn ein Regierungschef angesichts schlechter Aussichten für eine Wiederwahl auf offene Ausländerfeindlichkeit setze, sei das unanständig. Die Antwort sei: "Ein solcher Ministerpräsident muss abgewählt werden."

Fischer hatte am 14. September 2005 auf dem Frankfurter Römerberg den bisher letzten Wahlkampfauftritt in Hessen bestritten. Als Grund, warum der ehemalige hessische Umweltminister einer rot-grünen Landesregierung seine selbst gewählte Politik-Abstinenz aufgab, nannte der grüne Europa-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit Fischers Verärgerung über Kochs Wahlkampfthema Jugendkriminalität.

"Koch-Regierung ist in Panik"

Der Ex-Außenminister gab am Montagabend das politische Schwergewicht und kam damit an. Er lobte unter anderem die Grünen- Forderung nach einer Schule, die auch Kindern aus bildungsfernen Familien Chancen bietet. Dies sei auch volkswirtschaftlich nötig. Er verteidigte die Öko-Steuer, forderte das Ende der Atomreaktoren in Biblis und warnte die Wähler davor, ihre Stimme der Linken zu geben - weil damit Koch gestützt werde: "Wer Rot-Grün will, muss Grün wählen."

Fischer beschwor die Chancen einer neuen rot-grünen Koalition in Wiesbaden mit den Worten: "Die Koch-Regierung hat abgewirtschaftet und ist in Panik." Der Wahlkampf werde sehr spät entschieden. "Nutzt die Chance, hängt Euch noch mal richtig rein, ausschlafen könnt ihr nächste Woche", riet er. (ck/dpa)

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