Wahlkampf-Kolumnen : Ran an den Mann

Die Kanzlerin im Wahlkampf: Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff über Angela Merkels Offensive.

Wahlkampf - Merkel
Kanzlerinnenbonus: Angela Merkel.Foto: dpa

Jetzt kommt die Kanzlerinnen-Offensive. Angela Merkel hat an diesem Wochenende begonnen auszuspielen, dass sie die erste Frau als Kanzlerin ist. Interviews in Frauen-Zeitschriften, um die wahren Meinungsmacher in den Familien zu gewinnen, dazu die Frauen-Union als Stimmungsmacher, das sind Vorboten. Und dass die Kanzlerin Frau ist, wird schon noch deutlicher inszeniert werden. Das Plakat mit Vera Lengsfeld, das das dralle Leben zeigt, war ein erster Hinweis, wie es gehen könnte.

Übers Inhaltliche ist damit kein Wort gesagt. Nun setzt die CDU offenkundig auch eher auf die Gnade der abklingenden Rezession, auf einen sachten Aufschwung, den Merkel dann gewiss für sich und ihre Regierungsführung reklamieren wird. Und sei es auch, dass die SPD in Gestalt des Peer Steinbrück einen Anteil daran haben möchte.

Aber wer ist beliebter im ganzen Land? Wem wird frau/man eher glauben? Genau. Dazu dann eine Prise Ostdeutsches, im Jubiläumsjahr des Mauerfalls ein sachter Hinweis auf die eigene Herkunft und den Lebensweg, der bis ins höchste operative Amt der neuen deutschen demokratischen Republik geführt hat, spätestens, wenn US-Präsident Barack Obama tatsächlich zum 9. November kommen sollte – Herr im Himmel, die SPD hat’s diesmal mit den Christdemokraten wirklich schwer. Kein Wunder, dass Franz Müntefering härter wird. Der kennt sich aus mit Merkel. Und mit ihren Offensiven.

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