Wahlpartys : Berlin hat gewählt: Obama

Im deutschen Berlin liefen noch die Vorbereitungen für die Wahlpartys, da verkündete das amerikanische Berlin in New Hampshire bereits das Ergebnis: Barack Obama hat gewonnen - mit 15 zu 6 Stimmen. Die Berliner Anhänger nahmen das sicherlich als gutes Omen.

Lars von Törne

Berlin hatte als erstes gewählt: Schon Stunden, bevor am Dienstagabend in der deutschen Hauptstadt zahlreicher Partys zur US-Präsidentschaftswahl begannen, meldete die US-Botschaft, dass die Wahl in Berlin bereits gelaufen war. Zumindest im amerikanischen Verwaltungsgebiet Berlin/New Hampshire: Das Dörfchen Dixville Notch in jenem Bezirk war Dienstag, wie traditionell üblich, eine der ersten Gemeinden in den Vereinigten Staaten, die die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl meldeten. Kurz nach Mitternacht örtlicher Zeit wurden die 21 Stimmen ausgezählt und das Ergebnis verkündet: Barack Obama gewann – mit 15 zu 6 Stimmen.

1000 geladene Gaste auf den Partys

In Berlin/Deutschland standen die Zeichen gestern ebenfalls auf Sieg für Obama. Zumindest, was die Stimmung unter den Berlinern anging, die sich am Abend bei einem Dutzend größerer und zahllosen kleinen Wahlbeobachtungspartys versammelten. Fast jeder der Gäste ging davon aus, dass Barack Obama das Rennen machen würde. Die größten Feiern sollten in Mitte sowie im Amerika- Haus in Charlottenburg stattfinden. Jeweils um die 1000 geladenen Gäste wurden bei zwei Partys in den Repräsentanzen der Telekom und von Bertelsmann unweit des Schloßplatzes erwartet, zu denen auch die US-Botschaft als Mitveranstalter eingeladen hatte.

Fast alle Veranstaltungen ausgebucht

Das Interesse am Ausgang dieser US- Wahl war in Berlin größer, als manche Veranstalter erwartet hatten. Fast alle meldeten schon vor Tagen: ausgebucht. Wesentlich mehr Anmeldungen als Plätze verzeichneten auch die Veranstalter der größten Pro-Obama-Party der Stadt, die Democrats Abroad. Die Auslandsorganisation der US-Demokraten wollte bis Sonnenaufgang am Mittwochfrüh im Babylon-Kino in Mitte feiern – inklusive „Sunrise“-Drinks, eine Anspielung auf das Wahlkampfsymbol Obamas, eine aufgehende Sonne. Weitere Feiern waren geplant in der Kneipe „Wahlkreis“, in die die Berliner Anhänger der US-Republikaner geladen hatten, in Clubs wie dem „White Trash“ oder dem „40 Seconds“ sowie in Hochschulen mit Amerika-Bezug wie der Hertie School of Governance oder dem John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin.

Viel Prominenz erwartet

Für die Stunden bis zur Bekanntgabe verlässlicher Hochrechnungen in der späten Nacht haben die meisten Veranstalter Musik, Talkrunden und Live-Übertragungen aus den USA vorgesehen. So soll es bei der Party der US-Botschaft in der Telekom-Zentrale, die auch der Tagesspiegel mitveranstaltet, die ganze Nacht über Podiumsdiskussionen zu den Erwartungen an den nächsten US-Präsidenten geben. Hier, wie auch bei der Bertelsmann-Repräsentanz am Schloßplatz, werden viele prominente Wahlbeobachter erwartet, unter anderem der Ex-US- Botschafter John Kornblum und der ranghöchste Vertreter der USA an diesem Abend, der Botschaftsgesandte John M. Koenig.

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