Wahlschlappe : Vize-Premier Juppé kündigt Rücktritt an

Frankreichs Vize-Regierungschef Alain Juppé hat nach seiner Niederlage bei den Parlamentswahlen seinen Rücktritt angekündigt. Der Grund: Er konnte sein Direktmandat in Bordeaux nicht verteidigen.

Juppé
Für Superminister Juppé bedeutet der zweite Wahlgang das vorläufige Aus. -Foto: AFP

Bordeaux/ParisFrankreichs Vize-Regierungschef Alain Juppé hat nach seiner Niederlage bei den Parlamentswahlen seinen Rücktritt angekündigt. Nach dem am Sonntag von der Stadtverwaltung bekannt gegebenen Wahlergebnis konnte Juppé sein Direktmandat in seiner Wahlheimat Bordeaux mit nur 49,07 Prozent der Stimmen gegen die Sozialistin Michèle Delaunay nicht verteidigen. Damit muss der 61-jährige Konservative nach Vorgaben von Premierminister François Fillon die erst vor einem Monat gebildete Regierung wieder verlassen. Dort zählt er als Superminister für Umwelt, nachhaltige Entwicklung, Energie und Verkehr bislang zu den Schwergewichten.

"Die Bürger von Bordeaux haben nicht gewünscht, dass wir sie in der Nationalversammlung vertreten", sagte Juppé. Er werde nun am Montag seinen Rücktritt bei Staatschef Nicolas Sarkozy einreichen. Über sein Amt als Bürgermeister von Bordeaux werde er in den kommenden Tagen mit den anderen Lokalpolitikern der UMP beraten. In der ersten Wahlrunde am vergangenen Sonntag hatte Ex-Premier Juppé 43,73 Prozent der Stimmen erhalten. Damit errang er anders als Fillon und sechs weitere Regierungsmitglieder nicht auf Anhieb ein Mandat in der Nationalversammlung.

Ungewisse Zukunft

Für den langjährigen Ziehsohn von Ex-Staatschef Jacques Chirac könnte die Niederlage das endgültige politische Aus bedeuten. Bereits einmal musste er sich ein Jahr lang von allen öffentlichen Ämtern zurückziehen, nachdem er Ende 2004 in einer Affäre um illegale Parteienfinanzierung verurteilt worden war.

Juppés sozialistische Widersacherin Delaunay war in der ersten Runde auf 31,36 Prozent gekommen. Sie hatte demnach betont, ihr Sieg in der zweiten Runde sei "arithmetisch und politisch möglich", nachdem in der ersten Runde elf Kandidaten ausgeschieden waren. Die Bewerber von Grünen und Liberalen hatten keine Wahlempfehlung abgegeben. (mit AFP)

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