Politik : Wahlsieg der Rechten in El Salvador Arena-Kandidat wird Präsident

US-freundliche Politik angekündigt

Andrea Ebert

Rio de Janeiro. Tony Saca (39), der Kandidat der rechtsgerichteten Arena-Partei, hat die Präsidentschaftswahlen in El Salvador bereits im ersten Wahlgang klar gewonnen. Der Sportreporter und Rundfunkunternehmer kam nach Auszählung von 83 Prozent der Wahlurnen auf 57,4 Prozent der Stimmen. Seit Hauptrivale Schafik Handal (73) vom ehemaligen Guerillabündnis FMLN erreichte dagegen nur 36 Prozent.

Handal gestand noch in der Nacht zum Montag seine Niederlage ein, warf Saca jedoch vor, seinen Wahlkampf mit „Lügen, Angst und Erpressung“ geführt zu haben. Saca hatte den früheren Guerillaführer Handal bezichtigt, Kinder zu Guerillas ausbilden zu wollen, um in dem mittelamerikanischen Land ein kommunistisches Regime einzuführen. Dagegen wies Handal auf Verbindungen der seit 15 Jahren regierenden Arena mit rechtsextremen Todesschwadronen während des von 1980 bis 1992 dauernden Bürgerkriegs hin.

Saca hat angekündigt, die US-freundliche Politik seines Vorgängers Francisco Flores fortzusetzen. So will er an dem Freihandelsabkommen zwischen den mittelamerikanischen Ländern und den USA festhalten und lehnt diplomatische Beziehungen zu Washingtons Erzfeind Kuba ab. Saca äußerte sich direkt nach dem Wahlsieg nicht über den Verbleib von El Salvadors 380 Soldaten im Irak. Zuvor hatte er eine Verlängerung des Kontingents in Aussicht gestellt, sollten die USA dies wünschen.

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