Politik : Wahltag im Sucher

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Wählen war für ihn Pflicht. Doch lockere Sprüche verkniff sich Kanzler Gerhard Schröder, als er am Sonntag in Hannover seine Stimme für die Landtagswahl in Niedersachsen abgab. Zu den Aussichten seiner Partei, der in Umfragen eine herbe Niederlage prophezeit worden war, mochte Schröder jedenfalls nichts sagen – anders als die SPD-Spitzenkandidaten auf Landesebene. Sigmar Gabriel jedenfalls betonte in seinem Wahllokal in Goslar, er sei trotz des vorausgesagten Machtwechsels nicht nervös. Und auch der Herausforderer von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der über die Landesgrenzen kaum bekannt gewordene SPD-Mann Gerhard Bökel, gab sich trotz düsterer Umfrageergebnisse gelassen. Dass Koch selbst bei der Stimmabgabe in Eschborn gut gelaunt war, verstand sich angesichts der Vorhersagen der Demoskopen von selbst – mit dem Rückenwind eines erneuten Wahlsieges will er auch seinen bundespolitischen Anspruch ausbauen, womöglich sogar einmal als Kanzlerkandidat der Union antreten. Auch der niedersächsische CDU- Spitzenkandidat Christian Wulff ließ sich schon bei der Stimmabgabe in seinem Wahllokal in Osnabrück die Vorfreude anmerken. Die Umfragen hatten ihm das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der niedersächsischen Christdemokraten prophezeit. Mit 50,7 Prozent hatte die Niedersachsen-CDU 1982 unter Ernst Albrecht ihr bestes Ergebnis erzielt – diesmal dürfte es für eine Alleinregierung der CDU den Prognosen zufolge nicht reichen. m.m.

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