Wahltag : Schleppender Auftakt

Bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine geringere Beteiligung als bei den vorangegangenen Wahlen ab. Insgesamt 3,8 Millionen Bürger sind zur Wahl der neuen Landesparlamente aufgerufen.

Berlin - In Berlin gaben nach Angaben des Landeswahlleiters bis zum Mittag 22,3 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. 2001 waren es zu diesem Zeitpunkt 25,9 Prozent. Im Nordosten wählten bis 14.00 Uhr 35,4 Prozent der Wahlberechtigten. 2002 waren es zu diesem Zeitpunkt rund 44 Prozent. Damals fielen Landtags- und Bundestagswahl allerdings auf einen Termin.

Die Spitzenkandidaten der großen Parteien gaben in beiden Ländern bereits bis zum Mittag ihre Stimme ab. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wählte in der Halensee-Grundschule in Wilmersdorf. Er kam mit seinem Lebenspartner Jörn Kubicki. CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger gab seine Stimme in einer Wilmersdorfer Volkshochschule ab. Er wurde von seiner Lebensgefährtin Sibylle Hällmayer begleitet. Die Grünen-Politikerin Franziska Eichstädt-Bohlig wählte in Charlottenburg und FDP-Politiker Martin Lindner in Dahlem. In Friedrichshain gaben Lucy Redler (WASG) und Harald Wolf (Linkspartei.PDS) ihre Stimme ab.

Ringstorff kam mit dem Fahrrad

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) kam mit dem Fahrrad zum Wahllokal im mecklenburgischen Blankenberg. Begleitet wurde der SPD-Spitzenkandidat von seiner Frau Dagmar. Ringstorff gab sich guter Dinge und betonte, jetzt habe er sogar noch Zeit zum Pilzesuchen.

Sein CDU-Herausforderer Jürgen Seidel kam mit seiner Frau Karin ins Wahllokal in Waren/Müritz. Der CDU-Landeschef und Landrat des Müritz-Kreises rief die Bürger erneut zu einer regen Wahlbeteiligung auf. Der Spitzenkandidat der Linkspartei, Wolfgang Methling, wählte gemeinsam mit seiner Familie im Guthaus Groß Stove bei Rostock.

Rot-Rot auf dem Prüfstand

In beiden Ländern stehen rot-rote Koalitionen aus SPD und Linkspartei.PDS auf dem Prüfstand. Sowohl in Berlin als auch in Mecklenburg-Vorpommern tritt die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) in Konkurrenz zur Linkspartei an. Auf Bundesebene wollen beide Parteien fusionieren.

Zur Wahl für das Berliner Abgeordnetenhaus waren 2,4 Millionen Bürger aufgerufen. Ins Rennen gingen 23 Parteien. Außerdem stimmten die Berliner über eine Änderung der Landesverfassung ab, mit der die Hürden für Volksbegehren und -entscheide gesenkt werden sollen.

In Mecklenburg-Vorpommern konnten 1,4 Millionen Bürger unter 16 Parteien sowie fünf Einzelbewerbern wählen. Mit Spannung wurde hier auch das Abschneiden der rechtsextremen NPD erwartet. Umfragen vor der Wahl deuteten auf einen Einzug der NPD in den Landtag hin. Damit wäre die Partei nach Sachsen in einem zweiten Landesparlament vertreten. (Von Stefan Uhlmann, ddp)

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