Wahlumfrage : Union im Sommerhoch, SPD im Tief

Politbarometer: Wähler mit Merkels Management der Euro-Krise zufrieden

Die Union liegt stabil vor der SPD. Das zeigt sich im aktuellen Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel, für das die Forschungsgruppe Wahlen vom 10. bis 12. Juli 1255 Menschen telefonisch befragt hat. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, könnte die CDU/CSU auf 36 Prozent (plus zwei) zulegen, die SPD käme nur auf 30 Prozent (minus zwei). Die FDP würde mit vier Prozent (minus eins) wieder unter die Fünf-Prozent-Hürde rutschen. Die Linke würde sich auf sechs Prozent (plus eins) verbessern, die Grünen lägen unverändert bei 13 und die Piraten ebenfalls unverändert bei sieben Prozent. Für die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag bedeutete dies, dass Zwei-Parteien-Koalitionen lediglich für Union und SPD sowie für Union und Grüne möglich wären.

Wenn es um die gewünschte Regierungskoalition nach der Bundestagswahl geht, liegt eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD in der Gunst der Bürger mit 27 Prozent knapp vorn, 24 Prozent würden eine rot-grüne Regierung vorziehen. Mit großem Abstand und nur sechs Prozent folgt ein Bündnis aus CDU/CSU und FDP, fünf Prozent wären für eine schwarz-grüne Koalition.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit einer Benotung von 2,0 jetzt wieder Platz eins in der Rangliste der Politiker vor der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) übernommen, die sich auf 1,9 verbesserte, im Juni aber knapp vor Merkel lag. Der Imagewert von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bleibt im negativen Bereich der Skala; Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) wird mit minus 1,4 unverändert negativ gesehen.

Die Arbeit der Kanzlerin in der Euro-Krise wird von einer Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger (63 Prozent) positiv bewertet. 28 Prozent finden Angela Merkels Euro-Krisenmanagement eher schlecht, neun Prozent trauen sich kein Urteil zu. Allerdings sind 57 Prozent der Befragten der Auffassung, dass Merkel ihre Euro-Politik nicht ausreichend erkläre. 33 Prozent halten diesen Vorwurf für nicht zutreffend. 44 Prozent der Unionsanhänger finden, die Kanzlerin vermittle ihre Politik nicht genügend.

Nur zwölf Prozent der befragten Bürger fänden die Einführung von Euro-Bonds gut, also gemeinsamer Staatsanleihen zu gleichen Zinsen für alle Euro-Länder. 24 Prozent würden Euro-Bonds, die für Länder wie Deutschland höhere, für Länder wie Griechenland und Italien aber niedrigere Zinsen am Kapitalmarkt bedeuten würden, befürworten, wenn es auch eine gemeinsame verbindliche europäische Finanzpolitik gäbe. 51 Prozent sind in jedem Fall gegen Euro-Bonds. In den Reihen aller Parteianhängergruppen werden Euro-Bonds, auch mit gemeinsamer Fiskalpolitik, abgelehnt. Am heftigsten von den Piraten mit 60 Prozent. CDU/CSU und Linke liegen mit 50 Prozent Ablehnung gleichauf. Bei den Sozialdemokraten SPD sind 45, bei den Grünen 42 Prozent gegen Euro-Bonds. Tsp

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