Politik : Wahres und Schönes

Robert von Rimscha

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Kürzlich fällt dem Kollegen auf, dass der Politiker Soundso nun wahrlich auf dem „Highway to Hell“ gelandet sei. Wir Mittelalten denken bei „Highway to Hell“ sofort an Angus Young von AC/DC, den Gitarren-Spieler mit kurzen Hosen und unablässig geschüttelter Zottelmähne. Damals, in den späten 70er Jahren, als die Geschwindigkeit eines Gitarrensolos angab, wie konkret krass jemand war. Was aber fängt die Generation der knapp unter 30-Jährigen mit „Highway to Hell“ an? Müssen die das kennen? Kennen die das? Solche Fragen tauchen auch auf, wenn Otto Schily bei „Beckmann“ sitzt und vor sich Dieter Bohlen und Alexander hat, den Sieger von „Deutschland sucht den Superstar“. Unser Bundesinnenminister ist ein musikalischer Mann, der diverse Streichinstrumente und das Klavier beherrscht. „Highway to Hell“ kennt er wohl nicht, dafür aber Bach, Beatles und Stones. Als es für ihn dann so richtig mit der Politik losging, hatte er für die Musik kaum noch Zeit. Völlig normal. Wir Mittelalten haben Anfang der 90er Jahre auch den Anschluss verloren. Hitparaden-Namen von 1978 – die kennen wir noch alle. Aber von 1998? Schon schwieriger. Bohlen jedenfalls kennt die Beatles, AC/DC und Alexander, dem er ja jetzt ein paar Songs auf den Leib schreiben darf. Ob Schily von denen je etwas mitbekommen wird, darf man bezweifeln. Man kann sogar die Frage stellen, ob er damit vielleicht richtig liegen wird. Im Vergleich zu den Beatles. Oder Bach. Die beide irgendwie zusammenschrumpfen auf die gemeinsame Qualität des Guten und Alten. Alexander, das wird nicht leicht!

PS: Lieber Herr Schily, dass sie Modern Talking nicht kennen, macht sie richtig sympathisch.

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