Politik : Walschutz: Japans Haltung gegen Schutz der Wale in der Kritik

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Nach dem Scheitern der Bemühungen um ein Schutzgebiet für Wale im Südpazifik wächst die Kritik an Japan. Am Rande der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) in London warfen Umweltschützer der japanischen Regierung vor, aus der Abstimmung eine Auktion zu machen. "Der Stimmenkauf ist zu weit gegangen", so die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die von Australien und Neuseeland vorgeschlagene Schutzzone hatte nicht die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit gefunden. Zu den Gegnern eines Schutzgebietes gehörten neben den erklärten Walfang-Befürwortern Japan und Norwegen auch einige karibische Inselstaaten. In der vergangenen Woche hatte ein Berater des japanischen Fischereiministeriums Aufsehen erregt mit dem Eingeständnis, dass Japan auf der letzten IWC-Tagung die Stimmen von sechs Karibik-Staaten gekauft hatte. Kurz darauf bestritt er diese Äußerung.

Der World Wide Fund for Nature (WWF) sieht indes noch Chancen für einen Kompromiss zwischen Walschützer- und Walfängerländern: Am Mittwoch wurden in London Vorschläge für ein Bewirtschaftungsverfahren vorgelegt, das eine Berechnung von Fangquoten durch Wissenschaftler vorsieht. "Es geht nicht darum, ob wir Walfang wollen oder nicht - er findet statt", sagte Roland Melisch vom WWF. Hauptziel müsse es daher sein, dass der Walfang künftig durch die IWC reglementiert und kontrolliert werde.

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