Politik : Waltrude Schleyer gestorben

Stuttgart - Die Witwe des 1977 von der Roten Armee Fraktion (RAF) entführten und ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, Waltrude Schleyer, ist tot. Sie starb am Karfreitag im Alter von 92 Jahren in Stuttgart, teilte die Familie nun mit. Die Beerdigung findet an diesem Freitag statt.

Nach der Ermordung Schleyers im Oktober 1977 warf die Witwe der damaligen sozialliberalen Bundesregierung vor, ihren Mann geopfert zu haben. Bis zuletzt war sie gegen eine Freilassung inhaftierter RAF-Terroristen. „Die Täter haben sich bis heute nicht bei mir und meinen Söhnen gemeldet“, sagte sie. „Es gab kein Wort der Entschuldigung.“ Waltrude und Hanns Martin Schleyer waren fast vier Jahrzehnte verheiratet. Einer ihrer vier Söhne ist der heutige Generalsekretär des Handwerks-Verbandes ZDH, Hanns-Eberhard Schleyer.

Nach dem Herbst 1977 war es lange ruhig geworden um Waltrude Schleyer. In jüngster Vergangenheit wurde sie jedoch mehrmals in Bezug auf das Gnadengesuch von Christian Klar um eine Stellungnahme gebeten. Waltrude Schleyer ging bis zuletzt davon aus, dass durch den Austausch der 1977 in Stammheim einsitzenden RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe und Irmgard Möller ihr Mann hätte gerettet werden können. dpa

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