Politik : War der Sprengsatz im Zug scharf?

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Dortmund - Einen Tag nach dem Fund einer Kofferbombe in einem Regionalexpresszug am Dortmunder Bahnhof schließen die Ermittler eine Erpressung oder einen politischen Hintergrund als Motiv nicht aus. Vorstellbar sei allerdings auch eine „allgemeinkriminelle“ Tat, betonte der Dortmunder Kriminaldirektor Jürgen Kleis am Dienstag. Weiter offen blieb zunächst, ob der selbst gebastelte Sprengsatz überhaupt funktionstüchtig war. Entsprechende Untersuchungen des Düsseldorfer Landeskriminalamtes würden „noch einige Zeit dauern“, sagte der Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse.

Der Sprengsatz war am Montagnachmittag in einem herrenlosen Rollkoffer gefunden worden, den ein Zugbegleiter im Regionalexpress Aachen-Hamm entdeckt hatte. Der Zug pendelt täglich mehrmals zwischen den beiden Städten hin und her; unklar blieb zunächst, wann der Täter den Koffer in dem Zug abgestellt hatte. Laut Bundespolizei übergab der Zugbegleiter den Koffer im Dortmunder Hauptbahnhof einem Servicemitarbeiter, der ihn an der Fundstelle abgab. Dort wurde in dem Koffer eine Elf-Liter-Butangasflasche gefunden, die mit einem Wecker als Zündeinrichtung verkabelt war. Außerdem befanden sich in dem sichergestellten Gepäckstück viereinhalb Liter eines Benzingemischs.

Einem Entschärfer der Bundespolizei war es am Montagabend gelungen, den Wecker mit einem Schuss zu zerstören und den Sprengsatz damit funktionsuntüchtig zu machen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Ermittlungsleiter Christian Voßkühler von der Dortmunder Polizei betonte, die Nachforschungen stünden noch „ganz am Anfang“. Eine Explosion des Sprengsatzes hätte „große Schäden“ in dem Waggon anrichten können. Auch Kleis betonte, dass dabei Menschen hätten verletzt werden können. Wegen des Bombenalarms waren Teile des Dortmunder Hauptbahnhofs vorübergehend gesperrt worden; zahlreiche Züge waren dadurch verspätet.AFP

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