Politik : War Geisel Entführern im Irak zu krank?

Berlin - Auch vier Tage nach der Freilassung der Deutschen Hannelore Krause aus irakischer Geiselhaft gibt es keine Nachricht von ihrem Sohn Sinan, der noch immer in der Gewalt der Entführer ist. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, zu Einzelheiten wolle er im Interesse der Geisel nicht Stellung nehmen.

Der „Spiegel“ berichtet von einem Laptop, der neue Hinweise auf die Entführer und ihre Gründe geben könnte, Krause freizulassen. US-Behörden hätten das Gerät bei einer Razzia im Irak sichergestellt und ihren deutschen Kollegen schon vor der Freilassung der Mutter übergeben, meldet das Magazin. Auf dem Rechner fänden sich Videosequenzen von Anfang Juni. Sie zeigten die Frau mit Infusionskanülen im Arm und einem Berg Medikamenten. Ihr Sohn Sinan, inzwischen mit dichtem Vollbart, fächerte ihr auf den Bildern Luft zu. Womöglich sei den Geiselnehmern die medizinische Versorgung für Frau Krause zu aufwendig geworden, schreibt der „Spiegel“.

Hannelore Krause, die seit Jahrzehnten im Irak lebt, war am Dienstag nach 155 Tagen Geiselhaft freigelassen worden. Einen Tag später appellierte sie per Fernsehinterview an die deutsche Regierung, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen und damit das Leben ihres Sohnes zu retten. Diese Forderung der Entführer, die sich „Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit“ nennen, hatte die Bundesregierung schon zuvor wiederholt zurückgewiesen.

Der genaue Hintergrund der Entführung ist nach wie vor unklar. Es gab von offizieller Seite auch keine Stellungnahme, ob und in welcher Höhe Lösegeld gezahlt worden ist. dpa

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