Politik : War Hitler auf dem Weg zur Bombe?

Der Autor Rainer Karlsch behauptet in seinem Buch "Hitlers Bombe", dass die SS über Kernwaffen verfügte. In Thüringen, so Karlsch, sei nuklearer Fallout von Kernwaffentests nachweisbar. Gegenüber dem Tagesspiegel widerprachen Experten dieser These.

(16.03.2005, 16:55 Uhr)

- Karlsch beruft sich in seinem Buch auf Bodenproben, die in Ohrdruf in Thüringen genommen wurden, wo der angebliche Kernwaffentest im März 1945 stattgefunden haben soll. Die dort gemessenen Cäsium-137-Werte von bis zu 70 Becquerel pro Kilogramm seien "ein Indiz für einen nuklearen Fallout", schreibt Karlsch.

Doch dieses zentrale Indiz ist nicht stichhaltig. "Das ist absolut kein Beweis", sagte Gerald Kirchner, Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Umwelt beim Bundesamt für Strahlenschutz, dem Tagesspiegel. Die Werte liegen zwar über dem Landesdurchschnitt von 11 bis 28 Becquerel pro Kilogramm. "Wählt man aber ein paar x-beliebige Standorte in Thüringen aus, dann gehen die Einzeldaten bis hinauf zu 200 Becquerel pro Kilogramm." Auch die im Buch angegebenen Plutonium-Messungen seien nicht aussagekräftig und durch Kernwaffentests nach dem Krieg zu erklären. Er habe in dem Buch nur wiedergegeben, "was Strahlenphysiker herausbekommen haben", verteidigte sich Karlsch gegenüber dem "Tagesspiegel". (Tsp)

Einen ausführlichen Bericht zum Thema veröffentlicht der Tagesspiegel in der Ausgabe vom 17.03.2005 ()

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