Politik : Warnstreiks legen in mehreren Städten den Nahverkehr lahm

ÖTV will Druck auf Arbeitgeber weiter verstärken DGB: Im letzten Jahr 350 000 Mitglieder verloren HANNOVER/DÜSSELDORF (AP/dpa).Vor der entscheidenden Runde der Tarifverhandlungen sind die Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Donnerstag auf Touren gekommen.Mehr als 10 000 Beschäftigte folgten am Vormittag dem Aufruf der Gewerkschaften, mit Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen Druck auf die Arbeitgeber zu machen.Der Schwerpunkt der Aktionen lag in Niedersachsen, Proteste gab es auch in Brandenburg, Baden-Württemberg und Hessen.Gleichzeitig wurde bekannt, daß die DGB-Gewerkschaften im letzen Jahr knapp 350 000 Mitglieder verloren haben.Montag und Dienstag wird auch in Berlin gestreikt.Bund, Länder und Kommunen haben noch immer kein Angebot für die 3,2 Millionen Beschäftigten auf den Tisch gelegt.Gegen diese "starre Haltung" machten nach Angaben von ÖTV und DAG allein in Niedersachsen 8000 Beschäftigte mobil.Die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr setzte den Schwerpunkt in Braunschweig: Dort stand nach Angaben von Sprecherin Brigitte Schütt morgens der öffentliche Nahverkehr still.Betroffen waren nach ihren Angaben auch Arbeitsämter, Kliniken und die Müllabfuhr.In Göttingen lag den Angaben zufolge der öffentliche Nahverkehr morgens lahm.Wenig beeindruckt zeigte sich der Verhandlungsführer der Länder, Sachsens Finanzminister Georg Milbradt.Im ZDF-Morgenmagazin sagte der CDU-Politiker, der Grund für die kompromißlose Haltung liege auf der Hand: "Wir können nicht noch mehr aus den öffentlichen Kassen für Personal bezahlen." Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU) hat den Aufruf des DGB-Vorstandsmitglieds Regina Görner als eine "nicht tolerierbare Aufforderung zum Rechtsbruch" bezeichnet.Laut Görner sollten sich Beamte an den Warnstreiks im öffentlichen Dienst beteiligen.ÖTV und DAG haben ein Forderungspaket im Gesamtvolumen von 4,5 Prozent geschnürt und legen besonderen Wert auf die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen.Wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mitteilte, kehren immer mehr Mitglieder den Einzelgewerkschaften den Rücken.Die höchsten Mitgliederverluste hatte die IG Metall mit 91 000 Mitgliedern.In Berlin haben die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes für Montag und Dienstag zu Warnstreiks aufgerufen.Am Montag werden vor allem die Kindertagesstätten und die Hortbetreuung betroffen sein.Am folgenden Tag werden sich die Beschäftigten der BVG an den Aktionen beteiligen und morgens den öffentlichen Nahverkehr lahmlegen.

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