Warum steigt der Strompreis? : Öko-Institut: 5,3 Cent plus für Verbraucher – Industrie zahlt fast nichts

12.10.2012 00:00 Uhr

Die Strompreisdebatte strebt ihrem Höhepunkt am Montag zu, wenn die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) für das kommende Jahr verkünden. Sie dürfte bei etwa 5,3 Cent liegen, in diesem Jahr lag sie bei 3,6 Cent. Um Klarheit zu bekommen, wie stark das EEG den Preis nach oben treibt, hat das Öko-Institut einen

Energiewendekostenindex entwickelt.

Das Ergebnis: Der Anteil der Strompreiserhöhung wegen der Förderung erneuerbarer Energien liegt bei lediglich 44 Prozent. 29 Prozent der Preiserhöhungen gehen auf höhere Brennstoffkosten (Kohle, Erdgas) zurück, weitere 17 Prozent haben ihre Ursache in der teilweisen oder fast vollständigen Befreiung der Industrie von der EEG-Umlage, weitere zehn Prozent der Steigerungen sind auf den Emissionshandel seit 2005 zurückzuführen. Dass die EEG-Umlage 2013 drastisch steigt, liegt vor allem an einer falschen Einschätzung des Strompreises an der Börse. Er sank wegen der Wirtschaftskrise und weil Solar- und Windstrom die Börsenpreise ebenfalls drücken. Nach der Abschaltung von acht Atomkraftwerken war mit steigenden Börsenpreisen gerechnet worden. Wenn der Börsenpreis fällt, steigt die EEG-Umlage, weil die Differenz zwischen dem Preis und der Vergütung bezahlt werden muss. Deshalb ist das EEG-Konto in diesem Jahr weit überzogen, die Kosten müssen 2013 eingetrieben werden. Dazu kommt noch eine höhere Liquiditätsreserve, um zu verhindern, dass das EEG-Konto erneut ins Minus rutscht. Beides sind jedoch Einmaleffekte, so dass die EEG-Umlage schon 2014 wieder leicht sinken könnte. deh

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