Politik : Was das Ausland sagt

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In der Türkei hofft man, dass Nicolas Sarkozy als französischer Präsident seine bisherige Ablehnung einer türkischen EU-Mitgliedschaft abmildert. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, er wünsche sich, dass Sarkozy hinsichtlich des türkischen EU-Prozesses ab sofort nicht mehr dieselbe Haltung an den Tag legen werde wie während des Wahlkampfs. Man müsse abwarten, was es für die Türkei bedeute, dass nach Deutschland nun auch Frankreich von einem Politiker regiert werde, der gegen die Aufnahme Ankaras in die EU sei. „Der größte Türkei-Gegner in Europa“ habe die Wahl in Frankreich gewonnen, lautete eine Schlagzeile am Tag nach der Wahl.

Auch in Russland fällt die Reaktion gedämpft aus. Frankreich habe einen „Kerl“ zum Präsidenten gewählt, schreibt die überregionale Zeitung „Kommersant“. Einen Mann der starken Sprüche, denen starke Taten folgen sollen. Nur: Ist das auch gut für Russland? Nein, fürchtet das Blatt.

In der Brüsseler EU -Zentrale war hingegen die Erleichterung spürbar, die auf Sarkozys Wahl folgte. Das lag allerdings weniger daran, dass der konservative Kandidat gesiegt hat, als dass die Franzosen eine ungewöhnlich klare Entscheidung getroffen haben – mit einer erfreulichen Folge: Die europapolitische Lähmung Frankreichs ist endlich beendet.

Auch in den USA wurde Sarkozys Wahl begrüßt. Für den neuen französischen Präsidenten stehen in Washington alle Türen offen. Als Innenminister hat sich Sarkozy im Weißen Haus seine Sporen bereits verdient. Für die US-Regierung war er ein stiller, aber effektiver Partner im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. US-Kommentatoren rechnen jetzt mit einer Annäherung zwischen den USA und Frankreich. sei/win/tog/dpa

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