Politik : Was die Jungen den G 8 zu sagen haben

Andreas Frost

Schwerin - Kritisch wollen die acht Schüler aus Hessen, die Deutschland beim Junior-8-Gipfel in Wismar vertreten, im Juni in Heiligendamm den Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten schon gegenübertreten. Aber zur Großdemonstration in Rostock zieht es sie nicht. „Auch uns kann man als Demonstranten sehen, dafür müssen wir nicht in Rostock sein“, sagte Thomas Schuler am Sonntag nach einem Vorbereitungstreffen des J-8-Teams in Schwerin. „Wichtig ist, dass wir unsere Meinung sagen.“

Seine Mitstreiterin Miriam Köhler sieht sich als Sprecherin für einen großen Teil der deutschen Jugend. Mehr Aufklärung über Aids, bessere Chancen für die Entwicklung Afrikas und eine nachhaltige Politik, „die uns Gestaltungsspielraum lässt“, sind die Kernforderungen der Schüler der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim. Über die Wirkung ihrer „Denkanstöße“ hegen sie Hoffnungen, machen sich aber keine Illusionen. Der J-8-Gipfel bringe „vielleicht etwas Frische in den G-8-Gipfel“, meinte Schuler. Es sei viel gewonnen, wenn die Staatschefs merken, „wie die Jugend denkt“. Miriam Köhler glaubt nicht, „dass Bush wegen uns das Kyoto-Protokoll unterschreibt“. Aber vielleicht mache der US-Präsident sich ein paar Gedanken, schließlich „folgen wir ihm ja nach“ .

Ausgewählt wurde das hessische Team vom UN-Kinderhilfswerk Unicef und der Morgan-Stanley-Stiftung, die zum dritten Mal parallel zum G-8-Gipfel einen Jugendgipfel organisieren. In Wismar wird das deutsche Team mit 64 weiteren Jugendlichen aus den anderen G-8-Staaten und zehn Entwicklungsländern zusammentreffen. Unmittelbar bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Heiligendamm aufbricht, wird sie die J-8-Gipfelteilnehmer in Berlin empfangen. Eine kleine Delegation der Jugendlichen wird in Heiligendamm selbst mit den acht Staats- und Regierungschefs reden. Dass sie die Sprache der Jugend sprechen, beweisen Thomas Schuler und Lisa-Marie Ullrich auf ihre Art: Sie haben einen Rap über Aids geschrieben.

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