Was für Kita-Kinder zumutbar ist : Reichlich eine halbe Stunde Weg

Ab 1. August werden Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Nicht immer wird jeder seinen Wunschplatz bekommen - aber was ist den Eltern zumutbar?

Tsp

Viel länger als eine halbe Stunde darf der Weg zur Kita nach geltender Rechtsprechung nicht dauern. Entscheidend sei die Zeit, nicht die Kilometerzahl, sagt Constanze Würfel, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Können sich die Eltern zum Beispiel kein Auto leisten, muss die Strecke eben entsprechend kürzer sein – Hauptsache, das Kind ist morgens nicht deutlich länger als eine halbe Stunde unterwegs. Kann die Kommune nicht den gewünschten Kita-Platz vermitteln, muss sie ein

Ersatzangebot machen. Eltern sollten sich zwar kompromissbereit zeigen, allzu groß müssen die Abstriche aber nicht sein. Zumutbar sollte nicht nur die Entfernung zur Kita sein, sondern auch die Gruppengröße, erklärt die Fachanwältin für Sozialrecht. Wie genau der Betreuungsschlüssel ist, wie viele Kinder pro Betreuer also maximal in einer Gruppe sein dürfen, sei je nach Bundesland unterschiedlich. Die Kommune kann den Eltern nicht nur eine alternative Kita, sondern auch eine alternative Betreuungsart vorschlagen: eine

Tagesmutter. „Wenn dieses Angebot gemacht wird, ist das zu akzeptieren“, sagt Würfel. Ist die Tagesmutter ausgebildet und qualifiziert, und ist auch die Entfernung zu ihrer Wohnung nicht zu groß, dürfen die Eltern den Alternativvorschlag nicht ablehnen, ansonsten verwirken sie das Recht. Für die Vermittlung einer passenden Tagesmutter können sich Eltern an das Jugendamt ihrer Stadt wenden. Trotz des kommunalen Zuschusses für einen Platz bei einer qualifizierten Tagesmutter müssen sich Eltern dabei auf weitaus höhere Kosten als für einen Kita-Platz einstellen. Tsp/dpa

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