Politik : Was ist konservativ?: Vollmer vermisst Konservative

Die konservativen Parteien in Deutschland sind nach Ansicht der Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer nicht wirklich konservativ. Sie vermisse "konservatives Denken" bei den "real existierenden konservativen Parteien, mit denen wir zurzeit zu tun haben". Die Grünen-Politikerin antwortet als eine von drei Autoren im Tagesspiegel auf die Frage, "Konservativ, was ist das?" "Für mich können wirkliche Konservative nicht zugleich Hysteriker sein. Konservatives Denken muss einen realistischen Zugang zur Wirklichkeit haben", stellt Vollmer fest. In diesem Zusammenhang kritisiert sie auch Altkanzler Kohl. Die Grundhaltung eines Konservativen müsse Respekt vor Institutionen sein. "Als sich herausstellte, dass Kohl Kriegskassen und Seilschaften angelegt hatte, da war klar: Auch dieser CDU-Kanzler war nie zu jenem unerschütterlichen Vertrauen in den Bestand der Institutionen an sich vorgedrungen, die einen echten Konservativen ausmachen."

CDU-Präsidiumsmitglied Wolfgang Schäuble betont, dass die Union nicht die "Partei der deutschen Konservativen" sei, "wie der Bundeskanzler in offensichtich diffamierender Absicht zu formulieren beliebt". Schäuble schreibt zudem: "Dass Umweltschutz derzeit wenig Konjunktur zu haben scheint, wirft nicht nur ein bezeichnendes Licht auf rot-grüne Politik, sondern beweist, wie notwendig Maß und Mitte, Kontinuität und Bewahren bleiben, angesichts der Flut von Informationen und Medien und der darauf schneller wechselnden Abfolge von Themen, Erregungen und Moden."

Richard Schröder, Theologieprofessor an der Humboldt-Universität, schreibt: "Die Fähigkeit am Maßstab des Menschendienlichen zu unterscheiden zwischen dem Erhaltenswerten und dem Veränderungsbedürftigen wird nicht durch Parteizugehörigkeit erworben oder gar garantiert."

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