Politik : Was macht die Welt?

Nach der Ermordung eines israelischen Ministers dr

Nach der Ermordung eines israelischen Ministers droht der Nahost-Konflikt weiter zu eskalieren. Warum gelingt es den USA nicht, hier zu vermitteln?

Vermittlung setzt voraus, dass beide Seiten daran interessiert sind. Bloß ist das Ziel bei Hamas, Dschihad und der PFLP das genaue Gegenteil. Der Mord an dem israelischen Tourismus-Minister fand präzise einen Tag nach der denkwürdigen Einlassung des israelischen Premiers Scharon statt, dass nun auch er einen palästinensischen Staat akzeptieren, dass er sogar persönlich mit Arafat verhandeln wolle. Genauso gut hätte Scharon auch den Terror-Banden zurufen können: "Schlagt zu!" Deren Strategie ist es ja, jegliche Verständigung zu verhindern und mit der Eskalation des Schreckens einen allgemeinen Krieg zu provozieren. Nach der klassischen Devise aller Terroristen: "Je schlimmer, desto besser (für uns)."

Wenn der militärische Kampf gegen den Terror über Afghanistan hinaus ausgedehnt werden muss, wohin dann?

Besser nicht, denn kluge Feldherren schlagen immer nur eine Schlacht auf einmal. Außerdem gäbe es zu viele potenzielle Ziele: vom Libanon über Syrien und Irak bis nach Saudi-Arabien und Pakistan. In (oder von) all diesen Ländern wurden Terroristen ausgebildet, protegiert, finanziert oder instrumentalisiert. Wenn es sich herausstellt, dass die gegenwärtigen Anthrax-Attacken Teil der Bin-Laden-Strategie sind, rückt automatisch der Irak ins Visier. Nur dieses Nahost-Land hat in den vergangenen 15 Jahren zielstrebig und dauerhaft an Biowaffen gearbeitet. Die UN-Inspektoren haben nie alle Vorräte aufspüren können.

Ein Wort zum deutschen Außenminister ...

Joschka Fischers Standhaftigkeit muss bewundert werden. Derweil ParteifreundInnen wie Claudia Roth der eigenen Regierung an den Karren fahren, und zwar mit der Forderung nach einem Bombenstopp, die vor allem den eigenen Mann kujonieren sollte, bleibt Fischer prinzipientreu an Schröders Seite. Roths Spiel hatte wenig mit Frieden und alles mit der Machtverteilung bei den Grünen zu tun. Oder mit den Wahlchancen in Berlin. Dagegen sind Schröder und Fischer in diesen Tagen zu staatsmännischer Statur herangewachsen. Älter werden hat doch seine Vorteile.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben