Politik : Was platzt – was bleibt

Die Zukunft des Metrorapids

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Nachdem 2000 die Entscheidung gefallen war, die Magnetschwebebahn zwischen Berlin und Hamburg nicht zu bauen, sahen sich NRW und Bayern mit ihren Projekten als Konkurrenten um die Fördermittel des Bundes. Das größere Projekt in NRW ist nun gekippt, das kleinere in Bayern noch im Rennen.

NordrheinWestfalen

Der Metrorapid in Nordrhein-Westfalen, hervorgegangen aus der Magnetschwebebahn Transrapid, sollte ursprünglich als Nahverkehrsmittel mit Zwischenstopps in allen großen Städten des Ruhrgebiets eingesetzt werden. Zwischen Düsseldorf und Dortmund sollten jährlich rund 35 Millionen Passagiere zusteigen. Die Gesamtkosten für das Projekt waren mit 3,2 Milliarden Euro veranschlagt worden, von denen der Bund zwei Milliarden Euro übernehmen wollte. Für die 79 Kilometer lange Strecke war eine Fahrzeit von 37 Minuten eingeplant. Als Höchstgeschwindigkeit war für den führerlosen Metrorapid Tempo 300 vorgesehen. Die derzeit schnellste ICE-Verbindung von Düsseldorf nach Dortmund benötigt 45 Minuten, ein Regionalexpress braucht mindestens 53 Minuten. Kritiker sprachen deshalb von einer teuren „Straßenbahn durchs Revier“. Pro Tag waren 106 Züge je Richtung vorgesehen. Die Züge waren für maximal 740 Fahrgäste geplant, von denen 288 einen Sitzplatz finden sollten.

Bayern

Bayerns Transrapid-Projekt, das von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) eine Zusage über 675 Millionen Euro erhalten hat, soll den Münchener Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbinden. Die Gesamtkosten für das Projekt sind mit 1,6 Milliarden Euro veranschlagt. Die Strecke ist für 36,8 Kilometer geplant und verbindet ohne Zwischenstopp beide Stationen. Die Höchstgeschwindigkeit soll 350 Stundenkilometer betragen, die Durchschnittsgeschwindigkeit 220. In jede Richtung sollen täglich 115 Züge fahren, wobei jeder Zug 320 Plätze bereithalten soll, 148 davon zum Sitzen. Die Strecke zwischen Flughafen und Innenstadt wäre damit in zehn Minuten Fahrzeit zu schaffen. ded

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