WAS TUT DEUTSCHLAND? : Lohnende Alternativen schaffen

Das Kokaingeschäft floriert auch deshalb, weil es für Bauern in den Erzeugerländern kaum etwas Lohnenderes als den Kokaanbau gibt. Um das zu ändern, fördert die deutsche Regierung gemeinsam mit der EU in Bolivien und Peru alternative Anbauprojekte.

In Bolivien ist der Anbau von Koka zu traditionellen Zwecken wie dem Kauen der Blätter eingeschränkt erlaubt. Anders als die USA verlangt Deutschland für seine Hilfe nicht im Gegenzug die Vernichtung von Kokafeldern. „Die Bauern wollen nicht in der Illegalität leben, die Möglichkeit, wieder am regulären Markt teilzunehmen, ist für sie durchaus attraktiv“, sagt Daniel Brombacher von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die GIZ fördert den Anbau von Produkten wie Ananas, Kaffee oder Kakao. Das aber braucht Zeit. Denn anders als bei Koka können die ersten Ernten bei Kaffee erst nach drei bis fünf Jahren und bei Kakao erst nach fünf bis sechs Jahren eingefahren werden. Im selben Zeitraum könnten die Bauern etwa 40 Kokaernten eingefahren haben. Deshalb erhalten sie einen höheren Preis pro Kilo Kaffee.

Um das Vertrauen der Bauern in die Zivilgesellschaft zu stärken und die sozialen Konflikte abzumildern, fließt die Entwicklungshilfe auch in Gemeindeverwaltungen, in Schulen, Gesundheitsposten und Straßen. scs

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