Politik : Was wussten die Truppen der Verbündeten?

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Zwei dänische Krankenschwestern behandelten im September 2003 im britischen Militärkrankenhaus in Basra zwei Iraker, die zuvor angeblich von Briten brutal verhört worden waren. Einer der beiden Verwundeten sei später gestorben. Die Frauen hätten einen Rechtsberater der dänischen Armee informiert, so das Verteidigungsministerium der Regierung von Premier Anders Fogh Rasmussen. AFP

Spanische Militärärzte waren die ersten Mediziner, die im südirakischen Gefangenenlager Camp Bucca Häftlinge behandelten. Eine 50köpfige Sanitätseinheit war dort von Mitte April bis Ende Juni 2003 für medizinische Versorgung zuständig. Nun untersucht die neue Regierung von Premier Jose Luis Rodriguez Zapatero, ob die spanischen Militärs von der Misshandlung irakischer Häftlinge wussten und dies verschwiegen. Die Ärzte hätten sich zwar über die Verletzungen gewundert, sagte einer von ihnen der Zeitung „El Mundo“, die Ursache sei aber unklar gewesen. Folterungen hätten sie nicht gesehen. ze

Die Behörden in Rom waren einem italienischen General zufolge über die Misshandlung Gefangener durch irakische Polizisten informiert. Er habe die Vergehen im Gefängnis von Nassirijah Vorgesetzten und der irakischen Justiz gemeldet, so General Francesco Paolo Spagnuolo. Laut Verteidigungsminister Antonio Martino wurde Silvio Berlusconis Regierung nie über Misshandlungen informiert.AFP

Noch sind von polnischen Soldaten keine Augenzeugenberichte über Folterungen an Inhaftierten im Irak bekannt geworden. Staatssekretär Andrzej Towpik versicherte in dieser Woche, dass polnische Militärs im Irak in keinem Gefängnis Dienst geleistet hätten. Bei Patrouillen festgenommene Iraker seien maximal 24 Stunden im „vorläufigen Arrest“ gehalten worden, bevor sie in eines der Gefangenenlager der Koalition überstellt worden seien. Folterbilder und die steigende Zahl im Irak getöteter Landsleute nähren aber auch in Polen Zweifel am Sinn der Mission. Der neue Premier Marek Belka lehnt einen Rückzug aber ab. tro

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